Nachbericht zum Seminar „Toolmanagement in der Praxis“
Was ändert sich, was bleibt beim Alten? So lautete die Eingangsfrage zum diesjährigen Toolmanagement-Seminar der CIM Aachen GmbH. Dass sich diese Frage im Zeitalter von Industrie 4.0 offensichtlich viele stellen, zeigte sich direkt an der Teilnehmerzahl dieser Traditionsveranstaltung.
Flankiert von einer Fachausstellung führender Anbieter von Toolmanagement-Systemen erwartete die knapp 70 Teilnehmer ein gut abgestimmtes Vortragsprogramm. Wolfgang Stammberger eröffnete mit einem Fachvortrag aus der „CAM-Ecke“. So war der Auslöser für die Einführung eines Toolmanagement-Systems die Unzulänglichkeit des eingesetzten CAM-Systems in Bezug auf die Werkzeugdatenverwaltung. Um das Datenmanagement auf der Werkstattebene besser zu organisieren ist das Zoller-TMS eingeführt worden.
Vom mittelständischen Werkzeugbauer führte Ahmet Simsek, Abteilungsleiter Toolmanagement der Neapco GmbH Düren die Zuhörer dann in die Welt der Automobilzulieferer. CAM war und ist für diesen Serienfertiger nicht das Thema. Es ging um das Insourcing des vormals an einen externen Dienstleister vergebenen Toolmanagements. Der Schwerpunkt liegt auf der Werkzeugbereitstellung, einschließlich der Integration von Werkzeugausgabesystemen der „älteren“ Generation. Mit dem cloudbasierten Toolmanagement-System ToolPal von CIMSOURCE ist dieses Insourcing innerhalb eines Jahres gelungen.
Für Frank Böhme von der sera GmbH ging es beim Toolmanagement vornehmlich um die Vereinfachung der Beschaffung. Den Abschluss machte Joachim Schardt von der Aircraft Philipp GmbH, die mit „WinTool“ die interne Werkzeugverwaltung auf die nächste Stufe gehoben haben.
Zwei Beiträge gewährten Einblick in einige Aspekte des Toolmanagements der Zukunft. Im Projekt „CoCoDeal Content Collection and Delivery Standards“ wird an der vereinfachten Datenerfassung gearbeitet. „Ein harmonisiertes Datenmodell“, so Claudia Kleinschrodt von der UNI Bayreuth, „wird für die vereinfachte Erstellung von Toolmanagement- zu CAM-Systemen sorgen.“ Dominique Preis von CIMSOURCE gewährte Einblicke in das Projekt Cute-Machining (Cutting edge machining technoogy cloud). Dort wird eine Technik zur Werkzeugidentifikation entwickelt, die im Zusammenspiel mit dem Cloud Computing die Technologiedatenverwaltung für das Toolmanagement wesentlich verbessern wird.
Zielgruppe
Führungs- und Fachkräfte aus den Bereichen Einkauf, Fertigung, Arbeitsvorbereitung und NC-Planung von mittelständischen und großen Produktionsunternehmen, Unternehmer der Werkzeugbranche, Werkzeughändler und Maschinenhersteller.