{"id":4784,"date":"1998-04-30T14:41:00","date_gmt":"1998-04-30T12:41:00","guid":{"rendered":"https:\/\/cim-aachen.de\/?post_type=ept_publikation&#038;p=4784"},"modified":"2024-04-30T14:42:54","modified_gmt":"2024-04-30T12:42:54","slug":"voellig-losgeloest-virtuelle-unternehmen-sind-realitaet","status":"publish","type":"ept_publikation","link":"https:\/\/cim-aachen.de\/en\/publikationen\/voellig-losgeloest-virtuelle-unternehmen-sind-realitaet\/","title":{"rendered":"V\u00f6llig losgel\u00f6st? &#8211; Virtuelle Unternehmen sind Realit\u00e4t"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Dr. G\u00f6tz Marczinski<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify wp-block-paragraph\"><strong>Die \u00fcberbetriebliche Zusammenarbeit wird vielfach als L\u00f6sungsweg f\u00fcr anstehende Herausforderungen des globalen Wettbewerbs gesehen. Konzeptionell gute Ans\u00e4tze scheitern dabei jedoch oft an den kleinen Gemeinheiten des betrieblichen Alltags. Mit dem in der Schweiz entwickelten Konzept der \u201eVirtuellen Fabrik\u201c sind diese Probleme in zwei F\u00e4llen praktisch gel\u00f6st worden.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify wp-block-paragraph\">\u201eEine virtuelle Fabrik ist ein loser Zusammenschlu\u00df wirtschaftlich unab-h\u00e4ngiger Unternehmen. Gemeinsam werden Marktchancen identifiziert und durch den schnellen und effizienten Aufbau einer operativen Kooperation erschlossen\u201c, fa\u00dft Prof. Schuh als geistiger Vater der Virtuellen Fabrik die Grundidee zusammen. Damit ist im Prinzip alles gesagt, denn der Erfolg der Virtuellen Fabriken in der Euregio Bodensee und Nordwestschweiz\/Mittelland best\u00e4tigen den Reifegrad des Konzepts.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wichtig dabei ist zu erkennen, da\u00df die virtuelle Fabrik auf den zwei Ebenen<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Kooperationsnetzwerk und<\/li>\n\n\n\n<li>Produktionsnetzwerk<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify wp-block-paragraph\">stattfindet. In dem dauerhaft angelegten Kooperationsnetzwerk werden die Voraussetzungen f\u00fcr den schnellen und effizienten Aufbau von Kooperationen geschaffen. Rollen und Aufgaben, Spielregeln der Kooperation, die geeignete Infrastruktur sowie die Vermarktungsschritte werden festgelegt. Bezogen auf die kooperative Wertsch\u00f6pfung bedeutet das Kooperationsnetzwerk praktisch nur den \u201eStand-by-Modus\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify wp-block-paragraph\">Die reaktionsschnelle Auftragsbearbeitung erfolgt dann in Produktionsnetz-werken. Nach marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten konfigurieren sich die Partner entsprechend der Auftrags-\/Produktcharakteristik. Normalerweise arbeiten im Produktionsnetzwerk also nur einige der Firmen des Kooperationsnetzwerks projektbezogen und damit zeitlich limitiert zusammen. Auf der Grundlage der \u201eVerfassung\u201c des Kooperationsnetzwerkes bieten sich f\u00fcr die Produktionsnetzwerke situationsbezogen alle denkbaren Varianten der \u00fcberbetrieblichen Zusammenarbeit, angefangen von integrierten Kunden-Lieferantenbeziehungen \u00fcber vollst\u00e4ndige Zulieferketten bis hin zu Joint-Ventures und sogar Firmenneugr\u00fcndungen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"332\" height=\"293\" src=\"https:\/\/cim-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/luftrei.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-4785\"\/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify wp-block-paragraph\">Die konzeptionelle Ausrichtung der Virtuellen Fabrik auf zus\u00e4tzliche Marktchancen, auf Innovation und sogar als Vehikel zum Strukturwandel traditioneller Industrieregionen zeigt ganz klar, was die Virtuelle Fabrik nicht ist. Die Virtuelle Fabrik ist nicht der \u201eClub der Untoten\u201c, die sich nur aus dem Grund zusammenfinden, um ihre \u00dcberkapazit\u00e4ten an den Mann zu bringen. Wer ablauf- und aufbauor-ganisatorisch schwach aufgestellt ist, wer keine klare Marktfokussierung und keinen Spielraum zur Umsetzung neuer Ideen hat, der ist kein Kandidat f\u00fcr die Virtuelle Fabrik.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify wp-block-paragraph\">Prof. Schuh hat also bei seiner Konzeption zwei wesentliche Fehlinterpretationen anderer Ans\u00e4tze vermieden. Einerseits werden Gro\u00dfunternehmen nicht grunds\u00e4tzlich von der Virtuellen Fabrik ausgeschlossen, und damit in vielen F\u00e4llen der Marktzugang f\u00fcr die gesamte Kooperation wesentlich gest\u00e4rkt. Andererseits wird bei der Zielgruppe der kleinen und mittleren Unternehmen \u201eklein\u201c nicht als schwach und \u201emittel\u201c nicht als mittelm\u00e4\u00dfig interpretiert. Der ideale Partner einer Virtuellen Fabrik erf\u00fcllt also zwei wesentliche Voraussetzungen.<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Strukturell ist er so effizient aufgestellt, da\u00df das dringendste Problem die verpa\u00dften Gelegenheiten sind. Erfolgreich in klar fokussierten M\u00e4rkten sucht das potentielle Unternehmen nach M\u00f6glichkeiten, erkannte Marktchancen zu realisieren, ohne das Stammgesch\u00e4ft zu verw\u00e4ssern.<\/li>\n\n\n\n<li>Das Tagesgesch\u00e4ft ist als \u201eSelbstl\u00e4ufer\u201c organisiert, d. h. es bestehen Freir\u00e4ume zur intensiven Auseinandersetzung mit neuen Gelegenheiten.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify wp-block-paragraph\">F\u00fcr Technologief\u00fchrer im Mittelstand besteht dar\u00fcber hinaus die attraktive M\u00f6glichkeit, das allgegenw\u00e4rtige Problem der Unteilbarkeit zu minimieren. Wer komplexe Technologien und neue Anwendungen sicher beherrscht, aber aufgrund des eigenen Bedarfs nicht auslasten kann, ist im jeden Koperationsnetzwerk herzlich willkommen. M\u00f6glicherweise rechtfertigt sich durch die Zusammenarbeit im Netzwerk eine sonst als \u201eutopisch\u201c zur\u00fcckzuweisende Investition.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify wp-block-paragraph\">Die CIM GmbH beabsichtigt, das Konzept der Virtuellen Fabrik mit interessierten Unternehmen auf die Praxistauglichkeit hin zu untersuchen. Die bereits vorliegenden Erfahrungen mit der \u00fcberbetrieblichen Zusammenarbeit sowohl im CIM-Verein als auch bei der Entwicklung und Vermarktung des elektronischen Werkzeuginformationssystems machen uns zuversichtlich, zielgerichtet praktisch nutzbare Ergebnisse zu erzielen. Inhalte und Erfahrungen bestehender Virtueller Fabriken stehen im CIM-Verein \u00fcber die Fa. GPS Prof. Schuh Komplexit\u00e4tsmanagement als Mitgliedsunternehmen aus erster Hand zur Verf\u00fcgung. Wir laden Sie gerne zu einem Informationsworkshop mit der anschlie\u00dfenden Konstitution eines entsprechenden Arbeitskreises ein. Schreiben Sie uns. Oder rufen Sie uns an.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right wp-block-paragraph\"><strong>erschienen in CIMAktuell, November 1998<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dr. G\u00f6tz Marczinski Die \u00fcberbetriebliche Zusammenarbeit wird vielfach als L\u00f6sungsweg f\u00fcr anstehende Herausforderungen des globalen Wettbewerbs gesehen. Konzeptionell gute Ans\u00e4tze scheitern dabei jedoch oft an den kleinen Gemeinheiten des betrieblichen Alltags. 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