{"id":4774,"date":"1998-04-30T14:33:00","date_gmt":"1998-04-30T12:33:00","guid":{"rendered":"https:\/\/cim-aachen.de\/?post_type=ept_publikation&#038;p=4774"},"modified":"2024-04-30T14:35:11","modified_gmt":"2024-04-30T12:35:11","slug":"kooperatives-tool-management","status":"publish","type":"ept_publikation","link":"https:\/\/cim-aachen.de\/en\/publikationen\/kooperatives-tool-management\/","title":{"rendered":"Kooperatives Tool Management"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Effiziente Aufgabenverteilung zwischen Werkzeuglieferanten und \u2013anwendern auf Basis standardisierter Werkzeugdaten<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Dr.-Ing. Dipl.-Wirt.-Ing. G\u00f6tz Marczinski<br>Dr.-Ing. Matthias M\u00fcller<\/h3>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">1. Einleitung<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Tool Management umfa\u00dft alle Funktionen zur Steuerung der Ver- und Entsorgung von Werkzeugmaschinen mit Werkzeugen, also den gesamten Werkzeugkreislauf von der Werkzeugauswahl bis zur Entsorgung nach m\u00f6glicherweise mehreren Aufbereitungsschritten (Bild 1). Der Begriff Betriebsmittelverwaltung beschreibt in diesem Zusammenhang die Funktionen zum Erfassen, Einlagern, Wiederfinden und Herausgeben von Werkzeugen aus systematisch organisierten Lagerst\u00e4tten. Tool Management als Unternehmensfunktion auszuf\u00fchren hei\u00dft, f\u00fcr den Werkzeugkreislauf Betriebmittelinformationen zu erfassen, zu analysieren und daraufhin Entscheidungen entsprechend betrieblicher Zielsetzungen zu treffen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.cim-aachen.de\/wp-content\/themes\/cim-aachen\/wissen_alt\/images\/vdi98-1.gif\" alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bild 1: Werkzeugkreislauf<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kooperatives Tool Management findet dann statt, wenn innerbetrieblich getrennte Funktionsbereiche oder externe Partner zum beiderseitigen Nutzen im Werkzeugkreislauf zusammenarbeiten. Die Intensit\u00e4t der m\u00f6glichen Zusammenarbeit wird dabei wesentlich von den M\u00f6glichkeiten zum wechselseitigen Informationsaustausch bestimmt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Innerbetrieblich ist es dazu erforderlich, die Datenhaltung von der Datenverarbeitung zu trennen. Dazu bieten heutige Tool Management- bzw. Betriebsmittelverwaltungssysteme entsprechende Schnittstellen zu anderen Paketen (NC, PPS,..) an. F\u00fcr die \u00fcberbetriebliche Zusammenarbeit ist die Trennung des Informationsflusses vom physischen Materialflu\u00df erforderlich, wobei der externe Informationsflu\u00df in den innerbetrieblichen Kreislauf zu integrieren ist. Wesentlich dabei ist, da\u00df die dazu notwendigen informationstechnischen Aufw\u00e4nde nicht den betriebswirtschaftlich notwendigen beiderseitigen Nutzen gef\u00e4hrden. Deswegen sind standardisierte Beschreibungsmethoden f\u00fcr Werkzeuge und darauf basierende kompatible Datenbest\u00e4nde wesentlich f\u00fcr die effiziente Zusammenarbeit zwischen Werkzeugherstellern bzw. \u2013lieferanten und den -anwendern.<br><\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">2. Einflu\u00df des Tool Managements auf die Effizienz des Produktionssystems<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Verschiedene Untersuchungen zeigen, da\u00df Werkzeuge je nach Produkt maximal zwischen 3%-5% der Kosten in der spanenden Fertigung ausmachen \/1,2,3\/. Eine Gr\u00f6\u00dfenordnung, die die Zerspanwerkzeuge kaum ins Blickfeld des Topmanagements r\u00fccken. Daran \u00e4ndert auch der vielfach als \u201dtheoretisch\u201d verharmloste Tatbestand nichts, da\u00df durch die Proze\u00dfkosten f\u00fcr Beschaffung (Auswahl, Bestellung, Rechnungspr\u00fcfung, Warenannahme,..) der Warenwert der Werkzeugbestellung meist \u00fcbertroffen wird \/4\/. Interessanter ist dann schon die Erkenntnis aus konkreten Projekten der CIM GmbH, da\u00df ca. 100 TDM pro CNC-Maschine in Werkzeugen gebunden sind, und trotzdem die Verf\u00fcgbarkeit der Werkzeuge zu w\u00fcnschen l\u00e4\u00dft. Diese mangelnde Verf\u00fcgbarkeit dr\u00fcckt die Gesamteffizienz des Produktionssystems und r\u00fcckt damit die Bewirtschaftung der Werkzeuge in den Fokus des Managements.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vor diesem Hintergrund ist das Tool Management eine Methode, um das Potential neuer Zerspantechnologien betriebswirtschaftlich ergebniswirksam zu machen. Denn Hauptzeitverk\u00fcrzungen oder maschinenseitige Reduzierungen der Span-zu-Span-Zeit sind nutzlos, wenn durch mangelnde Werkzeugverf\u00fcgbarkeit die Maschine steht oder die Produktionslogistik die gefertigten Teile nicht aufnimmt. Zum erfolgreichen Tool Management geh\u00f6rt au\u00dferdem, die Werkzeugkosten ganzheitlich zu betrachten. Denn betriebswirtschaftlich relevant sind die Einstandskosten am Verwendungsort. Diese enthalten neben dem Kaufpreis f\u00fcr das Werkzeug insbesondere die Proze\u00dfkosten zur Werkzeugauswahl und zur Beschaffung, Bereitstellung und Entsorgung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Tool Management ist demnach die Querschnittsfunktion im Produktionsbetrieb, mit der folgende Zielsetzungen verfolgt werden:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Die Steigerung der Werkzeugverf\u00fcgbarkeit bei gleichzeitiger Reduzierung des Werkzeugbestands nach Vielfalt und Menge,<\/li>\n\n\n\n<li>die Minimierung des Verwaltungsaufwands im Werkzeugkreislauf (Suchen, Beschaffen, Ein-\/Auslagern,..),<\/li>\n\n\n\n<li>die Reduzierung der Einstandspreise am Verwendungsort durch die optimierte Aufgabenteilung zwischen Lieferant und Anwender.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da die Gesamteffizienz (Maschinenverf\u00fcgbarkeit x Hauptzeitanteil x Qualit\u00e4tsfaktor) des Produktionssystems zwar entscheidend, aber nicht ausschlie\u00dflich durch die Verf\u00fcgbarkeit und Einsatzbereitschaft der Werkzeuge bestimmt ist, mu\u00df das Tool Management in die Fertigungsstrategie insgesamt eingebettet sein. Bausteine wie TPM (Total Productive Maintenance), Commodity Supply und die Versorgung mit Hilfs- und Betriebsstoffen sind aufeinander abgestimmt zu beherrschen, um insgesamt wirtschaftlich zu zerspanen.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">3. Standardisiertes Sachmerkmalsystem als Voraussetzung f\u00fcr das<br>kooperative Tool Management<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wesentlich f\u00fcr einen funktionierenden Werkzeugkreislauf ist der jeweils aktuelle \u00dcberblick \u00fcber den Bestand, den Lagerort und den Zustand der einzelnen Werkzeuge. F\u00fcr diese Aufgabe der Betriebsmittelverwaltung und -disposition stehen leistungsf\u00e4hige Softwaresysteme zur Verf\u00fcgung, die alle relevanten Funktionsbereiche mit Informationen versorgen k\u00f6nnen, vorausgesetzt, die zugrundeliegenden Stammdaten sind entsprechend gepflegt. Es ist wichtig zu erkennen, da\u00df die Stammdatenpflege auch die einheitliche Werkzeugklassifizierung umfa\u00dft und damit ein wesentlicher Schl\u00fcssel zur Bereinigung der Werkzeugbest\u00e4nde und zur Kanalisierung der Beschaffungsvorg\u00e4nge ist. Der schnelle wirtschaftliche Erfolg der Einf\u00fchrung einer systematischen Stammdatenverwaltung ist in der Praxis meistens durch diese Komplexit\u00e4tsreduzierung im Werkzeugkreislauf begr\u00fcndet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Stammdatenverwaltung kann als BMV- (Betriebsmittelverwaltung) Modul eines Tool Managementsystems, als \u201dStand-alone\u201d-Datenbank oder auch als Bestandteil eines PPS- (Produktionsplanungs- und Steuerungs-) Systems angelegt sein. Entscheidend f\u00fcr den praktischen Nutzen sind:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Der Aufbau der zugrundeliegenden Datenstruktur und<\/li>\n\n\n\n<li>die effiziente Bewirtschaftung, insbesondere in bezug auf das erstmalige Datenbef\u00fcllen und die kontinuierliche Aktualisierung des Datenbestands.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bew\u00e4hrt haben sich f\u00fcr die Strukturierung des Werkzeugdatenbestands Sachmerkmalsysteme, die die werkzeugbeschreibenden Daten herstellerneutral strukturieren und somit die eindeutige Klassifizierung erlauben. Der Aufwand daf\u00fcr rechnet sich in der Praxis durch die Bereinigung des Werkzeugbestands.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die effiziente Datenbereitstellung bieten die Werkzeughersteller vermehrt Hilfe an, indem Werkzeugdaten in elektronischer Form bereitgestellt werden. Da die Anforderungen an die Datenbereitstellung seitens der Anwender jedoch genauso vielf\u00e4ltig sind wie die individuellen Softwarel\u00f6sungen zur Werkzeugverwaltung, entstehen den Werkzeuglieferanten hohe Aufw\u00e4nde f\u00fcr diesen Service. Deswegen werden vielfach elektronische Kataloge angeboten, um die Datenbereitstellung zu automatisieren. Gleichzeitig werden die elektronischen Kataloge als Marketinghilfsmittel genutzt, um die mit der Katalogerstellung verbundenen Aufw\u00e4nde zu rechtfertigen. Denn das vornehmliche Ziel der Werkzeughersteller ist es, Werkzeuge zu verkaufen und nicht Software zu erstellen. Deswegen sind die Kataloge so aufgebaut, da\u00df die Vorz\u00fcge des eigenen Spektrums deutlich werden \/5\/.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Resultat dieser herstellerspezifischen Zielsetzung ist, da\u00df die Zusammenarbeit zwischen Hersteller und Lieferant mit Hilfe elektronischer Kataloge das Kriterium der Trennung von Datenverarbeitung und Datenhaltung nicht erf\u00fcllt. Denn der Zugriff auf die Daten erfolgt \u00fcber die herstellerspezifische Anwendung. Die Daten der selektierten Werkzeuge sind dann im wesentlichen f\u00fcr eine elektronische Bestellung zu gebrauchen. Die \u00dcbernahme in die anwenderseitige Betriebsmittelverwaltung ist nur selektiv durch speziell zu gestaltende Schnittstellen m\u00f6glich. Es entsteht also ein zur Vielfalt der jeweiligen Kunden-\/Lieferantenbeziehungen proportionales Datenkonvertierungsproblem. Den Aufwand f\u00fcr die Datenkonvertierung hat jeweils eine der beiden kooperierenden Seiten zu leisten, was die jeweiligen Kostenstrukturen belastet.<br>Einige innovative Werkzeughersteller haben erkannt, da\u00df<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>der selektive Datenzugriff und<\/li>\n\n\n\n<li>die jeweils bilaterale Datenkonvertierung<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">dem angestrebten gegenseitigen Nutzen der kooperativen Zusammenarbeit entgegenwirken. Deswegen wurde die Idee einer \u00fcberbetrieblichen Werkzeugdatenbank, die am WZL der RWTH Aachen als Prototyp entwickelt worden war \/6,7\/, aufgegriffen und unter Federf\u00fchrung der Aachener CIM GmbH zur Marktreife gebracht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der erste Arbeitsschritt dieser Zusammenarbeit hatte zum Ziel, ein einheitliches Datenformat zum elektronischen Austausch von Werkzeugdaten zwischen Werkzeugherstellern und -anwendern zu schaffen. Basis dazu war die Erarbeitung einer Klassifikation von Zerspanwerkzeugen in Sachmerkmalleisten nach DIN 4000, die seit April 1998 offiziell erschienen ist \/8\/. Parallel zu den Normungsarbeiten wurden in enger Zusammenarbeit mit der Anwenderindustrie das \u201dSTANDARD OpenBase\u201d (StOB) genannte Datenformat konzipiert, um die auf der DIN 4000 aufbauenden Sachmerkmalleistenstruktur um Felder zur technologischen Beschreibung von Werkzeugen zu erweitern \/9\/. Damit liegt eine standardisierte Beschreibungsmethode vor, mit der das komplette Produktspektrum f\u00fcr die Bearbeitungsverfahren Drehen, Bohren und Fr\u00e4sen abbildbar ist (Bild 2).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um die effiziente Unterst\u00fctzung ihrer Kunden hinsichtlich der \u201dDatenversorgung\u201d sicherzustellen, hat o.g. Kreis der Werkzeughersteller die Aufgabe der Datenversorgung an die Aachener CIM GmbH delegiert. Unter dem Produktnamen \u201dCIMSOURCE\u201d werden seit 1995 die Produktinformationen der beteiligten Hersteller auf einer CD-ROM zusammengef\u00fchrt und den Anwenden angeboten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.cim-aachen.de\/wp-content\/themes\/cim-aachen\/wissen_alt\/images\/vdi98-2.gif\" alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bild 2: Standards zur Beschreibung von Werkzeugdaten<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Durch die Zwischenschaltung der CIM GmbH werden die ineffizienten \u201dPunkt-zu-Punkt\u201d-Beziehungen von Herstellern zu Lieferanten entkoppelt und auf jeweils nur den einen Kontaktpunkt geb\u00fcndelt. Herstellerseitig ist nur die einmalige Datenkonvertierung in das \u201dStOB-Format\u201d notwendig, wobei ein spezieller Pr\u00fcfprozessor die Konformit\u00e4t mit dem Standard und die Plausibilit\u00e4t der bereitgestellten Daten pr\u00fcft. Die CIM GmbH \u00fcbernimmt die Herstellung des Datentr\u00e4gers und dessen Versand an die Anwenderfirmen (Bild 3).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Form der Zusammenarbeit erm\u00f6glicht den Werkzeugherstellern, sich auf ihre Kernaufgaben zu konzentrieren und gleichzeitig die Bed\u00fcrfnisse der Anwenderfirmen nach bearbeitbaren Produktdaten zu befriedigen. Den Anwendern ist beim effizienten Werkzeugeinsatz geholfen, weil von der Betriebsmittelverwaltung \u00fcber NC-Programmierung bis hin zur Programmsimulation alle relevanten Systeme mit Daten versorgt werden. Der Einsatz der auf CIMSOURCE abgebildeten Werkzeuge ist aus Sicht der planenden und administrativen Bereiche erheblich effizienter m\u00f6glich. Dar\u00fcber hinaus bildet die zugrundeliegende Datenstruktur eine gute Basis f\u00fcr den Aufbau einer firmeninternen Werkzeugdatenbank.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Bereich der Datenpflege bietet CIMSOURCE ein hohes Ma\u00df an Unterst\u00fctzung f\u00fcr den Anwender. In einem Abstand von jeweils 4 Monaten erscheint eine neue Auflage der CD-ROM mit vollst\u00e4ndig aktualisierten Daten der beteiligten Hersteller. Die Datenaktualit\u00e4t wird somit sichergestellt und die Pflege kann weitgehend automatisiert werden \/10\/. Als besondere Zugabe ist eine Liste aller neuen Komponenten auf der CD enthalten, zus\u00e4tzlich aber auch eine Liste der aus dem Produktprogramm der Hersteller genommenen Werkzeuge. Dem Anwender wird so die Verfolgung von aktuellen Markttrends im Werkzeugbereich erheblich erleichtert.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.cim-aachen.de\/wp-content\/themes\/cim-aachen\/wissen_alt\/images\/vdi98-3.gif\" alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bild 3: Aufgabenteilung bei der Datenbereitstellung<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit der aktuellen 11. Auflage stehen die Produktdaten von z.Z. 14 f\u00fchrenden Werkzeugherstellern mit nahezu 100.000 Komponenten zur Verf\u00fcgung. Darin enthalten sind insbesondere Dreh,- Bohr- und Fr\u00e4swerkzeuge, Werkzeughalter und Aufnahmen sowie die dazugeh\u00f6rigen Ersatzteile. Der Zugriff auf die Daten kann selektiv oder in der Gesamtheit durch anwenderspezifische Suchwege erfolgen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das gemeinsame Datenformat und die auf einem Datentr\u00e4ger zusammengef\u00fchrten Produktdaten zeigen einen Weg zum kooperativen Tool Management, der den betriebswirtschaftlichen Nutzen beider Seiten ber\u00fccksichtigt. Die Werkzeuganwender brauchen die Produktdaten zur effizienten Gestaltung des Werkzeugkreislaufs unter Ausnutzung der eingesetzten Softwaresysteme. Die Werkzeughersteller erzeugen die Produktdaten nur einmalig im standardisierten Format. Auf diese Weise wird auf beiden Seiten der Aufwand reduziert und gleichzeitig der Nutzen erh\u00f6ht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wesentlich wichtiger ist es jedoch zu erkennen, welche M\u00f6glichkeiten zur Neugestaltung der Beschaffungsprozesse sich durch die Trennung des Informationsflusses (auf welchem Weg bzw. durch wen gelangt die Produktinformation zum Kunden) vom Materialflu\u00df (wie gelangt ein bestelltes Werkzeug zum Kunden) ergeben.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">4. Aufgabenteilung in der Werkzeuglogistik<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Verf\u00fcgbarkeit einsatzbereiter Werkzeuge wird entscheidend vom Beschaffungsproze\u00df und hier insbesondere von der Leistungsf\u00e4higkeit der Lieferanten bestimmt. Die Schwierigkeit in der Ausgestaltung der erforderlichen Abl\u00e4ufe zwischen Lieferant(en) und Abnehmer liegt darin begr\u00fcndet, da\u00df Zerspanwerkzeuge im Zeitverlauf des Lebenszyklus des Fertigproduktes vom \u201dproduktionstechnischen Probleml\u00f6ser\u201d zum Verbrauchsmaterial werden. Damit werden im Zeitverlauf unterschiedliche \u201dStandardabl\u00e4ufe\u201d f\u00fcr die Beschaffung relevant (Bild 4).<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.cim-aachen.de\/wp-content\/themes\/cim-aachen\/wissen_alt\/images\/vdi98-4.gif\" alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bild 4: Produktlebenskurven<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Prinzip werden f\u00fcr die Beschaffung im Fertigungsbetrieb entsprechend der Einteilung der Materialien in drei Kategorien auch drei unterschiedliche Beschaffungsmechanismen angewendet:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Produktionsmaterialien, die direkt in das Produkt einflie\u00dfen. Diese Materialien sind Bestandteil der St\u00fccklisten und werden professionell bewirtschaftet.<\/li>\n\n\n\n<li>Geringwertige Verbrauchsg\u00fcter zur Aufrechterhaltung des Gesch\u00e4ftsbetriebs, aber ohne wettbewerbsbestimmenden Einflu\u00df auf das Produkt. Fortschrittliche Versorgungsmechanismen zielen hier auf die Reduzierung der Proze\u00dfkosten unter Umgehung der \u201dnormalen\u201d Materialwirtschaft (keine St\u00fccklistenaufl\u00f6sung, keine Zugangs-\/Abgangsbuchung).<\/li>\n\n\n\n<li>Produktionsmittel f\u00fcr den Fertigungsbetrieb, also im wesentlichen die Werkzeugmaschinen und die dazugeh\u00f6rigen Werkzeuge.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beschaffungsseitig sind deswegen die Werkzeuge haupts\u00e4chlich im Rahmen der Investitionsplanung als Erstausr\u00fcstung im Fokus des Managements, denn in dieser Phase der Produktentstehung sind die Werkzeuge als Freiheitsgrad bei der Produktgestaltung und in bezug auf die Festlegung der Herstellkosten von entscheidender Bedeutung. In der laufenden Produktion sind Pr\u00e4zisionswerkzeuge seitens des Einkaufs wegen der geringen durchschnittlichen Bestellwerte zwischen 60,- DM und 1200,- DM tendenziell als \u201dKleinmaterial\u201d eingestuft, allerdings mit dem Problem, da\u00df durch die Wiederverwendbarkeit ein Kreislauf organisiert werden mu\u00df, der eine Bestandsf\u00fchrung erfordert. Durch die dementsprechend (meistens unausgesprochen) auf die Werkstattebene \u201ddelegierte\u201d Beschaffungsverantwortung steigt die Anzahl der Lieferanten und\/oder Optimierungspotentiale bleiben ungenutzt. Der st\u00f6rungsfreie Produktionsbetrieb wird durch Hortung der Werkzeuge an den Maschinen gesichert, die wertm\u00e4\u00dfig h\u00e4ufig in Gemeinkostenstellen \u201dgetarnt\u201d sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vor dem Hintergrund der geschilderten Besonderheiten bestehen f\u00fcr die Versorgung mit Zerspanwerkzeugen grunds\u00e4tzlich drei Alternativen f\u00fcr fortschrittliche Dienstleistungskonzepte:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>die Entwicklungspartnerschaft (Technologielieferant),<\/li>\n\n\n\n<li>die Servicepartnerschaft (Commodity Supply) und<\/li>\n\n\n\n<li>das Supply-Management.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Technologielieferant begleitet den Kunden bereits in den fr\u00fchen Phasen des Innovationszyklus. Wettbewerbsentscheidend ist die hauptzeitorientierte L\u00f6sung der Zerspanaufgabe. Die Erstausr\u00fcstung der Anlage impliziert im Normalfall auch die ent-sprechenden Nachr\u00fcstauftr\u00e4ge. Diese werden im Produktions-\/Lieferzyklus kundenseitig koordiniert, der Werkzeuglieferant steht beratend zur Seite. Bezogen auf den Werkzeugmarkt insgesamt werden auf diese Weise ca. 40% des Volumens im direkten Kundenkontakt abgewickelt, davon ca. 5 Prozentpunkte im Erstausr\u00fcstergesch\u00e4ft mit den Werkzeugmaschinenherstellern (Bild 5). Die verbleibenden 60% sind im wesentlichen Folgeauftr\u00e4ge bzw. Katalogbestellungen aufgrund der vorab gekl\u00e4rten Technologiekompetenz.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.cim-aachen.de\/wp-content\/themes\/cim-aachen\/wissen_alt\/images\/vdi98-5.gif\" alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bild 5: Einteilung des Werkzeugmarktes nach Anwendungen<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Technologielieferant profilieren sich insbesondere die Werkzeughersteller selbst. Auf der Basis vorhandener Erfahrungswerte oder spezieller Zerspanversuche werden in der Zusammenarbeit mit dem Kunden L\u00f6sungen f\u00fcr konkrete Zerspanaufgaben mit dem Ziel erarbeitet, als Lieferant ausgew\u00e4hlt zu werden und somit \u00fcber die verkauften Werkzeuge den geleisteten Aufwand zu rechtfertigen. Dieser Ansatz f\u00f6rdert die Entwicklung individueller L\u00f6sungen. Kennzeichen dieser Art der Zusammenarbeit ist, da\u00df die Information \u00fcber das Werkzeug auf dem gleichen Weg zum Kunden gelangt wie das Werkzeug selbst.<br><br>Durch den herstellerspezifischen Informationskanal werden auch Hilfsmittel wie Anwendungsempfehlungen, elektronische Kataloge und \u201dTechnologieassistenten\u201d angeboten. Der daf\u00fcr zu treibende Zusatzaufwand wird durch die Vorteile einer gegebenenfalls h\u00f6heren Kundenbindung gerechtfertigt. Zielgruppe aus der Sicht der Werkzeughersteller sind insbesondere Gro\u00dfserienhersteller und Werkzeugmaschinenhersteller, die aufgrund ihrer Abnahmemenge die intensive pers\u00f6nliche Betreuung rechtfertigen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Servicepartner differenziert sich demgegen\u00fcber durch sein logistisches Know-how. Im Produktions-\/Lieferzyklus entlastet er den Kunden von dem Abwicklungsaufwand, der durch die Vielzahl der Werkzeuglieferanten entsteht. Der Servicepartner hat den Markt\u00fcberblick und verf\u00fcgt aufgrund breiter Rahmenvertr\u00e4ge f\u00fcr unterschiedliche Kunden \u00fcber g\u00fcnstige Einstandspreise auch bei \u201dSpezialit\u00e4ten\u201d. Der Servicepartner tr\u00e4gt das Bestandsrisiko. Ein Teil des technischen Handels wird auf diese Weise abgewickelt, beispielsweise durch den Betrieb sog. \u201dWerkzeugautomaten\u201d (Bild 6).<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.cim-aachen.de\/wp-content\/themes\/cim-aachen\/wissen_alt\/images\/vdi98-6.gif\" alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bild 6: Werkzeugautomat f\u00fcr Verschlei\u00dfwerkzeuge (Daimler Benz, Werk Untert\u00fcrkheim)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schlie\u00dflich ist der Supply-Manager der Lebenszykluspartner f\u00fcr seinen Kunden. Er verbindet die technologische Kompetenz im Innovationszyklus mit der logistischen Leistungsf\u00e4higkeit im Produktions-\/Lieferzyklus. Hierzu werden nach M\u00f6glichkeit Unterlieferanten mit komplement\u00e4ren Potentialen koordiniert. Beispiel hierf\u00fcr ist die Versorgung eines Motorenwerks eines Automobilherstellers in Ungarn durch ein Joint Venture zweier Werkzeuglieferanten\/5\/. Durch den engen Fokus der ben\u00f6tigten Technologien (die beteiligten Firmen lieferten bereits vorher \u00fcber 95% der ben\u00f6tigten Werkzeuge) ist die zentrale Frage der \u00fcberbetrieblichen Zusammenarbeit konkurrierender Unternehmen beim Supply-Management gekl\u00e4rt worden, die vor dem Hintergrund des stark fragmentierten Werkzeugmarktes in anderen F\u00e4llen schwerer zu l\u00f6sen ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Insgesamt betrachtet ist es fraglich, ob mit einem der drei geschilderten Konzepte in Reinform die gew\u00fcnschten Effekte der Eingrenzung der Vielfalt der Werkzeuge bei gleichzeitiger Erh\u00f6hung der Verf\u00fcgbarkeit zu erreichen sind. Denn einerseits birgt die Bestandsbereinigung seitens des Supply-Managers die latente Gefahr der technologischen Abh\u00e4ngigkeit. Insbesondere die Werkzeughersteller werden geneigt sein, zun\u00e4chst einmal eine Sortimentsbereinigung zu Lasten des Wettbewerbs durchzuf\u00fchren. Andernfalls sind die Schnittwerte von Konkurrenzwerkzeugen zu garantieren, wozu wiederum Zerspanversuche doppelt durchzuf\u00fchren sind. Dadurch k\u00f6nnen Kostenvorteile der B\u00fcndelung wieder aufgezehrt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wird andererseits auf unabh\u00e4ngige Servicepartner gesetzt, besteht die Gefahr der Sortimentsoptimierung aufgrund vordergr\u00fcndig g\u00fcnstiger Einstandspreise. M\u00f6glicherweise bleibt die technologische Effektivit\u00e4t auf der Strecke. Deswegen ist der direkte Kontakt zu den Lieferanten aufrechtzuerhalten, wodurch die Zusatzfunktion des Servicepartners betriebswirtschaftlich in Frage zu stellen ist. Au\u00dferdem mu\u00df die Logistik des Servicepartners tief in das innerbetriebliche Tool Management integriert sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr den Werkzeuganwender bleiben im wesentlichen zwei M\u00f6glichkeiten (Bild 7):<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Entweder wird auf kompetente Werkzeughersteller gesetzt, die jedoch schwer in ein gestaffeltes Unterlieferantenverh\u00e4ltnis zu bringen sind. Daraus resultiert die Strategie der Kernlieferanten, die jeweils auf ihr Werkzeugspektrum bezogen die entsprechenden Teilaufgaben des Tool Managements \u00fcbernehmen. Die Integration der einzelnen Proze\u00dfketten bleibt beim Anwender.<\/li>\n\n\n\n<li>Oder das Tool Management wird auf der Ebene der Werkzeuglogistik durch einen \u201dneutralen\u201d Servicepartner geb\u00fcndelt; die technologischen Fragestellungen werden jeweils im bilateralen Kontakt zwischen Anwender und Hersteller gekl\u00e4rt. Damit werden die Herstellerkontakte in jedem Fall auf den Innovationszyklus zusammengedr\u00e4ngt, der technologische Fortschritt in der laufenden Produktion k\u00f6nnte verlorengehen. Au\u00dferdem wird der Servicepartner das Bestandsrisiko minimieren m\u00fcssen, wozu er reaktionsschnelle Lieferanten braucht und ein verl\u00e4\u00dfliches Planungssystem. Dieses Planungssystem mu\u00df st\u00e4ndig mit Daten gef\u00fcttert werden.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.cim-aachen.de\/wp-content\/themes\/cim-aachen\/wissen_alt\/images\/vdi98-7.gif\" alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bild 7: Das Integrationsproblem beim kooperativen Tool Management<br><br>Um die gezeigten Wege praktisch zu beschreiten, ist der Informationsflu\u00df von der physischen Werkzeugversorgung zu trennen. Damit kann gleichzeitig die technologieorientierte Probleml\u00f6sung (Werkzeugauswahl etc.) und die Werkzeuglogistik optimiert werden. Denn betrachtet man die Ebenen der Zusammenarbeit von der Verfahrensentwicklung \u00fcber die Proze\u00dfgestaltung bis zur Werkzeuglogistik, so kristallisiert sich neben vielen praktischen Problemen heraus, da\u00df eine zweidimensionale Integrationsaufgabe zu l\u00f6sen ist \/11\/. Die Informationsbreite, definiert durch die am Markt verf\u00fcgbare Produktvielfalt ist zu \u00fcberwinden, um bei gleichzeitig hoher Informationstiefe den Anforderungen der unterschiedlichen Anwender gerecht zu werden. Daf\u00fcr bietet CIMSOURCE die optimalen Voraussetzungen. Die umfangreiche Sachmerkmalsystematik bildet die geforderte Informationstiefe, durch die auf dem erfolgreichen Standardisierungsproze\u00df beruhende breite Unterst\u00fctzung seitens der Hersteller ist zudem die Informationsbreite sichergestellt.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">5. Das Werkzeuginformationssystem CIMSOURCE als Br\u00fccke zwischen<br>Werkzeugherstellern und -anwendern<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um den der Produktion vorgelagerten Informationsflu\u00df vom eigentlichen Werkzeugeinsatz zu entkoppeln, sind vor allem die Prozesse bei der Auslegung neuer Fertigungsfolgen informationstechnisch zu unterst\u00fctzen, ohne den direkten Kontakt zum Hersteller zu haben. Dazu ist \u00fcber die Bereitstellung von Stammdaten hinaus eine interaktive Benutzerschnittstelle notwendig, die entsprechend der Denkweise der Anwender den selektiven Zugriff auf die Daten erlaubt. Folgende Forderungen sind zu erf\u00fcllen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Technische Planung, Arbeitsvorbereitung: schnelle Werkzeugsuche nach Geometrie, Technologie und Bearbeitungsfall, unterst\u00fctzt durch anwendungsbezogene Suchstrategien.<\/li>\n\n\n\n<li>NC-Programmierung: \u00dcbernahme von Geometriemerkmalen, CAD-Graphiken und Einsatzparametern.<\/li>\n\n\n\n<li>Produktion: Betriebsmittelzuordnung, Lagerverwaltung und Ersatzteilsuche.<\/li>\n\n\n\n<li>Einkauf\/Beschaffung: Lieferantenzuordnung und Bestellinformationen.<\/li>\n\n\n\n<li>EDV: einfache Stammdaten\u00fcbernahme in BMV-Systeme, NC-Programmiersysteme, Voreinstellsysteme und moderne PPS.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">CIMSOURCE bietet die M\u00f6glichkeit, hersteller\u00fcbergreifend geeignete Werkzeuge f\u00fcr spezifische Bearbeitungsaufgaben zu finden (Bild 8). Die Auswahl startet in der Regel mit der geometrischen Beschreibung des ben\u00f6tigten Werkzeuges. So werden beispielsweise die Klemmhalter mit der Normbezeichnung oder einem einheitlichen Satz von Parametern beschrieben, zun\u00e4chst vollkommen unabh\u00e4ngig vom Werkzeuganbieter.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.cim-aachen.de\/wp-content\/themes\/cim-aachen\/wissen_alt\/images\/vdi98-8.gif\" alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bild 8: Werkzeugbeschaffung (Werkzeugauswahl und automatische Bereitstellung)<br><br>Zubeh\u00f6rteile wie Befestigungsschrauben oder Spezialschl\u00fcssel sind den so ausgew\u00e4hlten Komponenten zugeordnet, der Anwender erkennt sofort, welche Zusatzteile er f\u00fcr den Einsatz eines Werkzeuges ben\u00f6tigt. Neben der reinen Suchfunktionalit\u00e4t hat der Anwender die M\u00f6glichkeit, Grafiken der Werkzeuge f\u00fcr die Erstellung von Einrichtebl\u00e4ttern, Stammkarten oder \u00e4hnlichen Dokumenten zu \u00fcbernehmen. Die in DXF- oder IGES-Format abgelegten CAD-Modelle der Werkzeuge k\u00f6nnen auch direkt in CAD-Systeme oder NC-Programmiersysteme exportiert werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ausgehend von einem Suchergebnis wird durch die interne Trennstellenkodierung der Werkzeugschnittstellen das Zusammenstellen von Komplettwerkzeugen aus einzelnen Komponenten unterst\u00fctzt (Bild 9). Die Trennstellenkodierung ersetzt dazu die \u201dklassische\u201d St\u00fcckliste, um hersteller\u00fcbergreifende Werkzeugkonfigurationen m\u00f6glich zu machen. Indem der Anwender, beispielsweise ausgehend von einem Fr\u00e4skopf, den Suchweg \u201dRichtung Schneide\u201d einschl\u00e4gt , werden automatisch passende Schneidplatten vorgeschlagen. Dem Anwender wird somit die Suche passender Anschlu\u00dfkomponenten anhand von geometrischen Anschlu\u00dfma\u00dfen abgenommen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.cim-aachen.de\/wp-content\/themes\/cim-aachen\/wissen_alt\/images\/vdi98-9.gif\" alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bild 9: Hersteller\u00fcbergreifende Werkzeugkonfiguration<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Auswahl von Zerspanwerkzeugen nach technologischen, anwendungsbezogenen Gesichtspunkten beginnt mit der Beschreibung des zu zerspanenden Werkstoffes. Dem Anwender steht in einer Werkstoffdatenbank eine Auswahl von mehr als 750 Werkstoffen zur Verf\u00fcgung, die neben einer Beschreibung des Behandlungszustandes und der mechanischen Eigenschaften auch in weitere internationale Normen (SAE, AFNOR, EN, JIS, BS, &#8230;etc.) \u00fcbersetzt sind (Bild 10). International t\u00e4tige Unternehmen nutzen diese Funktionalit\u00e4t auch als reine \u00dcbersetzungsfunktion.<br><br>Die Datenstruktur basiert im Bereich der Werkstoffklassifikation auf der Einteilung der VDI-Richtlinie 3323 \/12\/. Sollte ein Werkstoff nicht enthalten sein, so besteht die M\u00f6glichkeit, anhand der Klassifikationsbeschreibung die relevante Werkstoffklasse auszuw\u00e4hlen. Durch eine interne Verkn\u00fcpfung der Werkstoffeigenschaften werden diese Informationen programmintern auf die spezifischen Technologiedaten der Hersteller bezogen. F\u00fcr den Anwender bietet sich somit eine einheitliche Suchmaske, um seine Zerspanaufgabe zu definieren.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.cim-aachen.de\/wp-content\/themes\/cim-aachen\/wissen_alt\/images\/vdi98-10.gif\" alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bild 10: Internationale Werkstoffdatenbank<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weitere Kriterien zur Beschreibung des Werkzeugeinsatzes bieten neben der Benennung des Bearbeitungsverfahrens<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>das Einsatzziel, wie z.B. Feinbearbeitung oder Schruppen, und<\/li>\n\n\n\n<li>die Schnittbedingungen, z.B. unterbrochener Schnitt und die Stabilit\u00e4t des Maschinen-Werkst\u00fcck-Systems.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit diesen Proze\u00dfmerkmalen werden die Anforderungen an das Werkzeug exakter beschrieben als lediglich mit der Vorgabe des Schneidstoffes durch die ISO-Bezeichnung. Vielmehr wird erst durch die Beschreibung des Prozesses die M\u00f6glichkeit er\u00f6ffnet, die Empfehlungen der Hersteller mit einzubeziehen. So w\u00e4re bei der Vorgabe Schneidstoff HC-P15 die Empfehlung Keramik oder Cermet bereits ausgeschlossen. Der Anwender bekommt, basierend auf den Anwendungsempfehlungen der Hersteller, geeignete Werkzeuge vorgeschlagen mit entsprechenden Werten zu empfohlenem Vorschub, Schnittiefe und Standzeit. Weitere Unterst\u00fctzung bei der Werkzeugauswahl wird durch sogenannte Expertenfunktionen geboten, die die Beschreibung der Bearbeitungsaufgabe graphisch interaktiv unterst\u00fctzt (Bild 11).<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.cim-aachen.de\/wp-content\/themes\/cim-aachen\/wissen_alt\/images\/vdi98-11.gif\" alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bild 11: Expertenfunktion zur technologieorientierten Suche<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das elektronische Werkzeuginformationssystem bildet keine \u201dInsell\u00f6sung\u201d, vielmehr ist eine Integration in eine durchg\u00e4ngige Gesamtl\u00f6sung durch die angebotenen Schnittstellen sichergestellt. So kann CIMSOURCE als Modul zur Auswahl von Neuwerkzeugen in ein Tool Management System integriert werden und per Knopfdruck die Daten ausgew\u00e4hlter Werkzeuge zur weiteren Verarbeitung in das Gesamtsystem \u00fcbergeben. Die M\u00f6glichkeit, eigene Zusatzinformationen innerhalb von CIMSOURCE in f\u00fcnf Freitextfeldern zu Komplettwerkzeugen und einzelnen Komponenten abzuspeichern, erschlie\u00dft die durchg\u00e4ngige Funktionalit\u00e4t bis hin zur Lagerverwaltung. So kann das jeweilige Nummerierungssystem der Anwenderfirma mit eigener Identifikations-, Arbeitsplan-, Arbeitsplatz- und Lagerbezeichnung einfach abgespeichert und dann auch als Suchkriterium verwendet werden. Damit werden die Querschnittsfunktionen, angefangen von der Arbeitsvorbereitung \u00fcber NC-Programmierung und Lagerverwaltung bis hin zur Bestellausl\u00f6sung, ohne zus\u00e4tzliche Schnittstellen integriert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein weiterer Vorteil liegt f\u00fcr die Anwender darin, da\u00df sie ihren Softwarelieferanten klare Vorgaben f\u00fcr die Schnittstellengestaltung geben k\u00f6nnen. Die Schnittstellengestaltung ist dann nicht firmenindividuell als Anpassungsprogrammierung zu bezahlen, sondern wegen m\u00f6glicher Mehrfachanwendung als \u201dumlagefinanzierte\u201d Standardschnittstelle. Ein Beispiel f\u00fcr eine solche Schnittstelle ist von der Fa. EDS realisiert worden. \u00dcber eine Programmschnittstelle werden die Geometrieparameter der in CIMSOURCE beschriebenen Werkzeuge extrahiert. Ein parametrisches CAD-System (Unigraphics) generiert daraus voll funktionsf\u00e4hige CAD-Modelle, um mit dem Tool Management System (Genius 4000) Kollisionskontrolle durchf\u00fchren zu k\u00f6nnen (Bild 12) \/13\/. Au\u00dferdem kann \u201dUnigraphics\u201d auf diesem Weg CAD-Modelle von Komplettwerkzeugen erstellen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.cim-aachen.de\/wp-content\/themes\/cim-aachen\/wissen_alt\/images\/vdi98-12.gif\" alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bild 12: Erzeugung parametrischer CAD-Modelle auf Basis standardisierter Sachmerkmalleisten<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das kooperative Tool Management mit Hilfe des Werkzeuginformationssystems CIMSOURCE wird in unterschiedlichen Industrien angewendet. Typische Anwendungf\u00e4lle sind:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Unterst\u00fctzung der technischen Planung und des Einkaufs in der Serienfertigung,<\/li>\n\n\n\n<li>Fokussierung der dezentralen Beschaffung und vereinfachte Ersatzteilbeschaffung,<\/li>\n\n\n\n<li>Anfragebearbeitung (Kalkulationsparameter) im Werkzeugmaschinenbau,<\/li>\n\n\n\n<li>Unterst\u00fctzung der werkzeuggerechten Konstruktion.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der offensichtliche Nutzen der gemeinsamen Informationsbasis liegt allgemein zun\u00e4chst in der effizienten Nutzung vorhandener EDV-Systeme, die mit Hilfe von CIMSOURCE automatisch mit Stammdaten versorgt werden k\u00f6nnen. Eine besondere Rolle spielt dabei der Import von Technologiedaten in NC-Systeme und Steuerungen. Eine Besonderheit sind hierbei die Werkzeugmaschinenhersteller, von denen einige CIMSOURCE als wertvolles Hilfsmittel bei der Anfragebearbeitung erkannt haben. Mit den verf\u00fcgbaren Technologieinformationen erhalten die Anwendungstechniker wertvolle Unterst\u00fctzung bei der auf das Anwendungsproblem bezogenen Erstausr\u00fcstung mit Werkzeugen. Mit den aufkommenden offenen, PC-basierten Maschinensteuerungen sind dar\u00fcber hinaus weitere Integrationsschritte denkbar \/14\/.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einkauf und die dezentralisierte Beschaffung nutzen die standardisierte Datenbasis in zwei Richtungen. Einerseits wird die Ersatzteil- und Zubeh\u00f6rbeschaffung mit den angebotenen Suchwegen wesentlich vereinfacht. Andererseits l\u00e4\u00dft sich die Werkzeugvielfalt wirkungsvoll eind\u00e4mmen. Die mit CIMSOURCE gebotenen M\u00f6glichkeiten, einzelne Werkzeuge als \u201dim Unternehmen vorhanden\u201d zu kennzeichnen, kanalisieren dezentrale Beschaffungsvorg\u00e4nge auf Vorzugslieferanten. Verschlissene Komplettwerkzeuge werden beispielsweise nicht einfach ersetzt, sondern aus neu zu beschaffenden Schneiden und wiederverwendbaren Haltern kombiniert. In einigen F\u00e4llen wird CIMSOURCE bereits in der Konstruktionsphase genutzt, um \u201dwerkzeuggerecht\u201d (d. h. in den konkreten F\u00e4llen mit marktg\u00e4ngigen Fertigungsl\u00f6sungen statt mit Sonderwerkzeugen) zu konstruieren. Zusammengefa\u00dft liegen die Vorteile aus Anwendersicht in der gleichzeitigen Reduzierung von Proze\u00dfkosten und Einstandspreisen (Bild 13).<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.cim-aachen.de\/wp-content\/themes\/cim-aachen\/wissen_alt\/images\/vdi98-13.gif\" alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bild 13: Einsparungspotentiale bei der Werkzeugbeschaffung<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kleinere Zulieferfirmen und Fertigungsbetriebe nutzen CIMSOURCE als Low-Cost BMV-System und wie oben beschrieben zur Unterst\u00fctzung des Einkaufs und der Beschaffung. Im Rahmen der Anfragebearbeitung wird die Werkstoffdatenbank als \u201dMapping\u201d-Tabelle unterschiedlicher Normbezeichnungen genutzt. Exportanfragen sind so einfacher zu bearbeiten. Gleichzeitig wird der Mechanismus zur Kennzeichnung der im Betrieb tats\u00e4chlich eingesetzten Werkzeuge zum Nachweis der Proze\u00dfsicherheit im Rahmen der ISO 9000 angewendet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einen Schwachpunkt hat die gezeigte Form der Zusammenarbeit aber doch noch: die elektronischen Daten (CD-ROM) werden mit der Post verschickt \/15\/. Deswegen wird derzeit intensiv \u00fcber eine Internetanwendung der geschilderten Verfahren nachgedacht.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">6. Ausblick Internet \u2013 digitale Daten mit der Post versenden?<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um die gezeigten Anwendungen durch das Internet zu unterst\u00fctzen, bieten sich grunds\u00e4tzlich drei M\u00f6glichkeiten.<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Einstellen von CIMSOURCE ins Internet, um die Datenverteilung weiter zu automatisieren. Die Anwender erhielten dann die M\u00f6glichkeit, den kompletten Datenumfang im \u201dDownload\u201d in ihre Systeme zu laden. Damit w\u00e4re eine noch h\u00f6here Aktualit\u00e4t als heute zu erreichen. Allerdings ist wegen des gro\u00dfen Datenumfangs insgesamt der Zeitaufwand (und damit die Kosten) f\u00fcr dieses Verfahren relativ hoch.<\/li>\n\n\n\n<li>Die Recherchefunktionen von CIMSOURCE werden zus\u00e4tzlich interaktiv verf\u00fcgbar gemacht. Die einzelnen Anwender k\u00f6nnten dann online recherchieren und nur die Suchergebnisse exportieren. Dieser Weg wird heute von der CIM GmbH und den Partnerunternehmen des elektronischen Werkzeugdatenaustauschs favorisiert, allerdings sind die Fragen der Abrechnung (bezahlt der Anwender, der Hersteller oder beide f\u00fcr diesen Service?) ungekl\u00e4rt.<\/li>\n\n\n\n<li>Die Internetversion von CIMSOURCE wird als virtueller Werkzeughandel ausgestaltet. Vor dem Hintergrund der mit dem kooperativen Tool Management beabsichtigten Reduzierung der Proze\u00dfkosten ist dies der konsequente Schritt in Richtung des automatisierten Kataloggesch\u00e4fts. Der gro\u00dfe praktische Vorteil dieser L\u00f6sung w\u00e4re, da\u00df die Finanzierung dieses Service \u00fcber die Handelsmarge der tats\u00e4chlich verkauften Werkzeuge darzustellen ist. F\u00fcr die reine Information, also das Recherchieren ohne ein Werkzeug zu bestellen, zahlt der Kunde nichts.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der dritte L\u00f6sungsweg ist nach Einsch\u00e4tzung der CIM GmbH der mittelfristig tragf\u00e4hige, da aufgrund unterschiedlicher Erfahrungswerte nicht davon auszugehen ist, da\u00df ein Werkzeuganwender nur f\u00fcr die Information \u00fcber ein Werkzeug bereit ist, Geld zu bezahlen. Ganz im Gegenteil ist davon auszugehen, da\u00df zus\u00e4tzliche Informationen als Mehrwert geboten werden m\u00fcssen, um die Anwender dazu zu bewegen, neue Wege zu beschreiten und die alten Pfade zu verlassen \/16\/. CIMSOURCE im Internet wird dementsprechend als Kern einer zuk\u00fcnftigen virtuellen Gemeinschaft gesehen (Bild 14).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Mitglied dieser virtuellen Gemeinschaft bekommt der Werkzeuganwender Probleml\u00f6sungen zu Zerspanaufgaben. Dazu werden Anwendererfahrungen, Forschungsergebnisse oder Versuchsberichte verf\u00fcgbar gemacht. Zerspanprobleme k\u00f6nnen mit der Aufforderung an die Werkzeughersteller beschrieben werden, ihre Probleml\u00f6sung anzubieten. Die Werkzeughersteller k\u00f6nnen Neuentwicklungen und Anwendungsbeispiele beschreiben, um die Leistungsf\u00e4higkeit ihrer Produkte st\u00e4rker herauszustellen. Praktisch als Nebenprodukt kann der Anwender, wenn er nun schon Online ist, die ben\u00f6tigten Werkzeuge direkt bestellen. Und erst daf\u00fcr wird bezahlt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.cim-aachen.de\/wp-content\/themes\/cim-aachen\/wissen_alt\/images\/vdi98-14.gif\" alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bild 14: CIMSOURCE als Kern einer virtuellen Gemeinschaft<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Abwicklungstechnisch soll diese Handelsvariante dem Anwender den Vorteil bieten, mit einer Bestellung (und Abrechnung) Werkzeuge unterschiedlicher Hersteller zu bestellen, gegebenenfalls sogar ein aus Komponenten unterschiedlicher Hersteller kombiniertes Komplettwerkzeug. Ob dies mit Hilfe sog. \u201dPurchasing Cards\u201d und leistungsf\u00e4higer Logistikdienstleister m\u00f6glich ist, wird im Rahmen eines Pilotprojekts unter Beteiligung der CIM GmbH und je zweier Werkzeughersteller und Anwender erprobt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ma\u00dfgeblich f\u00fcr den Erfolg im Internet wird einerseits die Verbreitung der Technologie sein. Andererseits wird vor allem die Integration der entsprechenden Methoden in den betrieblichen Ablauf erfolgsentscheidend sein. In der Praxis ist nicht die Frage \u201dwas ist m\u00f6glich?\u201d , sondern \u201dwas wird gemacht?\u201d relevant. Obwohl mit dem Aufbau des entsprechenden Know-hows direkt begonnen wird, ist mit einer kurzfristigen Relevanz der Gesch\u00e4ftsabwicklung \u00fcber das Internet nicht zu rechnen. Wegen der ablauforganisatorischen Erfordernisse in den Anwenderunternehmen rechnen wir daf\u00fcr mit einem Zeitraum von zwei Jahren.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">7. Literatur<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\/1\/ T\u00f6nshoff, H.K.: Kosten\u2013 und Leistungscontrolling im Werkzeugwesen. VDI-Z Special Werkzeuge (!993), S. 48-53<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\/2\/ Plute, M.: Tool Management Strategies. Hanser Gardner Publications, 1998<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\/3\/ Mumm, A.: Gestaltung der Prozesse zur Werkzeugversorgung in der spanenden Fertigung, Maschine und Umfeld, Tagungsband Fachgespr\u00e4ch \u201dBohren und Fr\u00e4sen im modernen Produktionsproze\u00df\u201d, Universit\u00e4t Dortmund, S. 147-164, 21.\/22.5.1997<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\/4\/ Rampmaier, W.: Proze\u00dfkostenoptimierung in der Beschaffungskette, Seminarvortrag anl\u00e4\u00dflich des Seminars \u201dCommodity Supply &#8211; Effizienzsteigerung in der Werkzeuglogistik\u201d, in Stuttgart, Veranstalter CIM GmbH Aachen, 9.10.1997<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\/5\/ Kohlberg, G. F.: Tool Management \u2013 Modeerscheinung oder notwendiges \u00dcbel?, Werkstatt und Betrieb 131, 1998 (6)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\/6\/ Wienand, L.: Konzeption einer \u00fcberbetrieblichen Werkzeugdatenbank, Dissertation, RWTH Aachen, 1989<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\/7\/ Martel, G. B.: Entwicklung einer Systemschnittstelle zur Grafikgenerierung und<br>-manipulation, Dissertation, RWTH Aachen, 1992<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\/8\/ DIN 4000 Sachmerkmal-Leisten, Teil 72 \u2013 Teil 95<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\/9\/ Kettner, P.: Handout for the presentation of ToolBase \u2013 the electronic tool data exchange, CIRP STC C \u2013 meeting, Paris, 27.01.1995<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\/10\/ Gro\u00dfe Wienker, R., Laqua, I.: Elektronischer Werkzeugkatalog: Aktuelle Betriebsmitteldaten vollst\u00e4ndig und direkt \u00fcbernehmen, VDI-Z Spezial Werkzeuge, August 1996<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\/11\/ M\u00fcller, M.: Commodity Supply &#8211; Werkzeuge vom Dienstleister, Logistik heute, Nr.11, S. 54-58, 1997<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\/12\/ VDI 3323, Anwendungseignung von Hartstoffen, Februar 1996<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\/13\/ Bottler, T.: F\u00fcr Spar-Freaks \u2013 Betriebsmittelverwaltung leicht gemacht, Konstruktionspraxis Nr. 5, S. 126, Mai 1997<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\/14\/ N.N.: Futur mit Fusion \u2013 CNC mit angeschlossenen Unternehmen, Maschine und Werkzeug, S. 20, 9\/98<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\/15\/ Evans, P. B., Wurster, Th. S.: Strategy and the new economics of information, Harvard Business Review, 1997 Nr.5, Boston<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\/16\/ Hagel, J., Armstrong, A.g.: Net Gain, Harvard Business School Press, Boston, 1997<br>Kernkompetenzen. Und dazu geh\u00f6rt sicher nicht die Datenkonvertierung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right wp-block-paragraph\"><strong>erschienen in VDI-Berichte, 1998<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Effiziente Aufgabenverteilung zwischen Werkzeuglieferanten und \u2013anwendern auf Basis standardisierter Werkzeugdaten Dr.-Ing. Dipl.-Wirt.-Ing. G\u00f6tz MarczinskiDr.-Ing. Matthias M\u00fcller 1. Einleitung Das Tool Management umfa\u00dft alle Funktionen zur Steuerung der Ver- und Entsorgung von Werkzeugmaschinen mit Werkzeugen, also den gesamten Werkzeugkreislauf von der Werkzeugauswahl bis zur Entsorgung nach m\u00f6glicherweise mehreren Aufbereitungsschritten (Bild 1). Der Begriff Betriebsmittelverwaltung beschreibt in &#8230; <a title=\"Kooperatives Tool Management\" class=\"read-more\" href=\"https:\/\/cim-aachen.de\/en\/publikationen\/kooperatives-tool-management\/\" aria-label=\"Read more about Kooperatives Tool Management\">Weiterlesen &#8230;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":235742854,"featured_media":0,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"ept_publikation_autor":"Dr. Marczinski, G\u00f6tz; Dr. M\u00fcller, Matthias","ept_publikation_erschienen-in":"VDI Berichte","ept_publikation_jahr":"1998","ept_publikation_thema":"Toolmanagement","_links_to":"","_links_to_target":""},"ept_publikation_falldatenbank":[18],"class_list":["post-4774","ept_publikation","type-ept_publikation","status-publish","hentry","ept_publikation_falldatenbank-toolmanagement"],"acf":[],"mb":[],"mfb_acf":[],"mfb_rest_fields":["title","generateblocks_dynamic_data_disabled","generateblocks_content_has_dynamic_markers","wpml"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/cim-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/ept_publikation\/4774","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/cim-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/ept_publikation"}],"about":[{"href":"https:\/\/cim-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/ept_publikation"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/cim-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/235742854"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/cim-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4774"}],"wp:term":[{"taxonomy":"ept_publikation_falldatenbank","embeddable":true,"href":"https:\/\/cim-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/ept_publikation_falldatenbank?post=4774"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}