{"id":4771,"date":"1999-04-30T14:31:00","date_gmt":"1999-04-30T12:31:00","guid":{"rendered":"https:\/\/cim-aachen.de\/?post_type=ept_publikation&#038;p=4771"},"modified":"2024-04-30T14:33:43","modified_gmt":"2024-04-30T12:33:43","slug":"innovationsmanagement-ausrichtung-des-unternehmens-auf-zukunftsaufgaben","status":"publish","type":"ept_publikation","link":"https:\/\/cim-aachen.de\/en\/publikationen\/innovationsmanagement-ausrichtung-des-unternehmens-auf-zukunftsaufgaben\/","title":{"rendered":"Innovationsmanagement &#8211; Ausrichtung des Unternehmens auf Zukunftsaufgaben"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Dr. G\u00f6tz Marczinski<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify wp-block-paragraph\">Innovationsmanagement hat eine Entscheidung oder Handlung zum Ziel, nicht den reinen Erkenntniszuwachs. Und dabei stehen sich bestehende Unternehmen meist selbst im Weg. Denn wenn eines sicher ist im Unternehmen, dann sind es Tagesprobleme. Tagesprobleme k\u00f6nnen nicht verschoben werden, sie m\u00fcssen sofort gel\u00f6st werden. Das Tagesgesch\u00e4ft fordert h\u00f6chste Priorit\u00e4t. Und das zu Recht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify wp-block-paragraph\">Doch gerade weil das gemeinsame Werte- und F\u00fchrungsverst\u00e4ndnis in erfolgreichen Unternehmen vergleichbar den Selbstreinigungsmechanismen nat\u00fcrlicher Organismen funktioniert, haben Innovationen so schlechte \u00dcberlebenschancen in diesem Umfeld.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.cim-aachen.de\/wp-content\/themes\/cim-aachen\/wissen_alt\/images\/innovationsmanagement.gif\" alt=\"\"\/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify wp-block-paragraph\">Deswegen sind Regelungen und Verfahren erforderlich, um die langfristige Zukunftsgestaltung zum &#8220;Normalfall&#8221; im Unternehmen zu machen. Im einzelnen ist<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>die Organisation f\u00fcr Neues empf\u00e4nglich zu machen und Innovationen aktiv zu f\u00f6rdern<\/li>\n\n\n\n<li>die Innovationsleistung systematisch zu messen und zu bewerten<\/li>\n\n\n\n<li>die Organisation entsprechend zu strukturieren und f\u00fchrbar zu machen<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bild aus Chefseminar<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify wp-block-paragraph\"><strong>Innovationsklima schaffen<\/strong><br>Innovatives Handeln f\u00fcr die Entscheidungstr\u00e4ger attraktiv zu machen, hei\u00dft zum gro\u00dfen Teil, eine systematische Politik des Fallenlassens zu betreiben. Dazu werden regelm\u00e4\u00dfig jedes Produkt, jeder Vertriebskanal und jede Technologie auf den Pr\u00fcfstand gestellt. Was immer verbraucht, \u00fcberfl\u00fcssig oder unproduktiv geworden ist, wird emotionslos aussortiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify wp-block-paragraph\">So lautete die zentrale Frage bei einem Hersteller von Edelmetallbauteilen: &#8220;W\u00fcrden wir heute in die Technologie der Kornstabilisierung investieren?&#8221; Dieses Verfahren war vor einigen Jahren entwickelt worden, da ansonsten bestimmte Hochtemperaturanwendungen nicht zu realisieren waren. Die mit Unterst\u00fctzung der CIM GmbH erarbeitete Antwort war: Nein! Mittlerweile hatte das &#8220;Standardmaterial&#8221; ausreichend Reserven, so da\u00df die hohen Kosten nicht mehr gerechtfertigt waren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify wp-block-paragraph\">Die Qualit\u00e4t des Managements unseres Beratungskunden zeigte sich daran, da\u00df aufgrund dieses unbequemen Ergebnisses nicht die n\u00e4chste Studie beauftragt wurde. Stattdessen wurde der Ausstieg aus dieser Technologie vorbereitet. Und damit knappe Ressourcen f\u00fcr dringende Zukunftsprojekte freigesetzt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify wp-block-paragraph\">Denn um als Organisation wirklich innovativ zu sein, m\u00fcssen die Leistungstr\u00e4ger auf die Herausforderungen der Zukunft angesetzt werden. Und dazu bedarf es entschlossener Entscheidungen. Priorit\u00e4tenlisten helfen nicht, denn was hei\u00dft schon &#8220;Zweite Priorit\u00e4t&#8221; bei knappen Ressourcen? Fallenlassen (oder &#8220;wei\u00df nicht&#8221;), aus der Sicht des Top-Managements. Im Verborgenen weiterarbeiten, f\u00fcr die Beteiligten. Ein klares Nein ist die richtige Entscheidung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify wp-block-paragraph\">Wesentlich f\u00fcr die zukunftsgerechte Einstellung der F\u00fchrungskr\u00e4fte ist auch, in das Reporting die Analyse von \u00fcberdurchschnittlichen Entwicklungen aufzunehmen. Damit werden m\u00f6gliche Innovationsans\u00e4tze ins t\u00e4gliche Bewu\u00dftsein gebracht. Es wird nicht mehr ausschlie\u00dflich \u00fcber Probleme geredet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify wp-block-paragraph\">F\u00fcr das Messen der Innovationsleistung sind die zuvor definierten eigenen Erwartungen der beste Ma\u00dfstab. Dazu geh\u00f6ren regelm\u00e4\u00dfige Reviews, wobei der Zeitma\u00dfstab den typischen Entwicklungszyklen, und nicht den j\u00e4hrlichen Budgetplanungen entsprechen sollte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify wp-block-paragraph\"><strong>Zukunft von Tagesgesch\u00e4ft trennen<\/strong><br>Schlie\u00dflich ist klarzustellen, da\u00df Innovationsleistung von Menschen erbracht wird. Und die fordern klare Strukturen und Verantwortlichkeiten, zielkonforme Anreizsysteme und gestalterische Freir\u00e4ume. Deswegen ist das Zukunftsgesch\u00e4ft vom Tagesgesch\u00e4ft organisatorisch zu trennen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify wp-block-paragraph\">Damit ist nicht notwendigerweise ein zus\u00e4tzliches K\u00e4stchen im Organigramm gemeint. In kleinen Unternehmen noch nicht einmal ein Full-time Job. Doch aufgrund der speziellen Aufwand\/Nutzen-Wertigkeit, wegen der Zerbrechlichkeit neuer Ideen, mu\u00df Innovation von Anfang an vom Tagesgesch\u00e4ft separiert werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify wp-block-paragraph\">Denn das Zukunftsgesch\u00e4ft ist f\u00fcr jedes Unternehmen wie ein Kind. Und das geh\u00f6rt in den Kindergarten. Die &#8220;Erwachsenen&#8221;, das sind die F\u00fchrungskr\u00e4fte der operativen Einheiten, haben weder Verst\u00e4ndnis noch Geduld f\u00fcr die besonderen Erfordernisse von Innovationsprojekten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify wp-block-paragraph\">Im Ergebnis f\u00fchrt das Innovationsklima zum systematischen Fallenlassen und damit zur Offenheit f\u00fcr Neues. Die tats\u00e4chliche Innovationsleistung wird in separaten Einheiten erbracht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right wp-block-paragraph\"><strong>erschienen in CIMAktuell, November 1999<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dr. G\u00f6tz Marczinski Innovationsmanagement hat eine Entscheidung oder Handlung zum Ziel, nicht den reinen Erkenntniszuwachs. Und dabei stehen sich bestehende Unternehmen meist selbst im Weg. Denn wenn eines sicher ist im Unternehmen, dann sind es Tagesprobleme. Tagesprobleme k\u00f6nnen nicht verschoben werden, sie m\u00fcssen sofort gel\u00f6st werden. Das Tagesgesch\u00e4ft fordert h\u00f6chste Priorit\u00e4t. Und das zu Recht. &#8230; <a title=\"Innovationsmanagement &#8211; Ausrichtung des Unternehmens auf Zukunftsaufgaben\" class=\"read-more\" href=\"https:\/\/cim-aachen.de\/en\/publikationen\/innovationsmanagement-ausrichtung-des-unternehmens-auf-zukunftsaufgaben\/\" aria-label=\"Read more about Innovationsmanagement &#8211; Ausrichtung des Unternehmens auf Zukunftsaufgaben\">Weiterlesen &#8230;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":235742854,"featured_media":0,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"ept_publikation_autor":"Dr. Marczinski, G\u00f6tz","ept_publikation_erschienen-in":"CIM Aktuell 1999","ept_publikation_jahr":"1999","ept_publikation_thema":"Management","_links_to":"","_links_to_target":""},"ept_publikation_falldatenbank":[],"class_list":["post-4771","ept_publikation","type-ept_publikation","status-publish","hentry"],"acf":[],"mb":[],"mfb_acf":[],"mfb_rest_fields":["title","generateblocks_dynamic_data_disabled","generateblocks_content_has_dynamic_markers","wpml"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/cim-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/ept_publikation\/4771","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/cim-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/ept_publikation"}],"about":[{"href":"https:\/\/cim-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/ept_publikation"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/cim-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/235742854"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/cim-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4771"}],"wp:term":[{"taxonomy":"ept_publikation_falldatenbank","embeddable":true,"href":"https:\/\/cim-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/ept_publikation_falldatenbank?post=4771"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}