{"id":4760,"date":"1999-04-30T14:24:00","date_gmt":"1999-04-30T12:24:00","guid":{"rendered":"https:\/\/cim-aachen.de\/?post_type=ept_publikation&#038;p=4760"},"modified":"2024-04-30T14:26:13","modified_gmt":"2024-04-30T12:26:13","slug":"moderne-entgeltgestaltung-schluessel-zur-zielorientierten-leistungssteigerung","status":"publish","type":"ept_publikation","link":"https:\/\/cim-aachen.de\/en\/publikationen\/moderne-entgeltgestaltung-schluessel-zur-zielorientierten-leistungssteigerung\/","title":{"rendered":"Moderne Entgeltgestaltung &#8211; Schl\u00fcssel zur zielorientierten Leistungssteigerung"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Michael Betzold, Henning Sch\u00f6ne<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify wp-block-paragraph\">Neue Organisationsformen, wie die segmentierte Fertigung und die Gruppenarbeit, erfordern zunehmend mehr Flexibilit\u00e4t und Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter. Das Tagesgesch\u00e4ft soll zum Selbstl\u00e4ufer werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify wp-block-paragraph\">Die Umgestaltung der Arbeitsorganisation mu\u00df dazu durch ein angepa\u00dftes Entgeltsystem unterst\u00fctzt werden. Denn Zeit- oder Akkordlohn bieten heute keinen Anreiz mehr f\u00fcr die Mitarbeiter, Eigeninitiative im Sinne des Unternehmens zu ergreifen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"499\" height=\"287\" src=\"https:\/\/cim-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/unternehmenserfolg.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-4761\"\/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify wp-block-paragraph\"><strong>Probleme klassischer Entgeltsysteme <\/strong><br>Der reine Zeitlohn beinhaltet definitionsgem\u00e4\u00df keinerlei Anreize zur Leistungssteigerung, da bei diesem Entgeltsystem kein Zusammenhang zwischen Leistung und Entgelt besteht. Der Akkordlohn f\u00f6rdert im wesentlichen Einzelinteressen. Er dient kaum als Hilfsmittel zur Leistungssteigerung, da der Mitarbeiter durch sein Besitzstandsdenken kein Interesse hat, Verbesserungspotentiale durch Senkung der Vorgabezeiten auszusch\u00f6pfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify wp-block-paragraph\">Ein weiteres Problem klassischer Entgeltsysteme besteht darin, da\u00df stets die Individualleistung bewertet wird, nicht jedoch die Erreichung eines unternehmerischen Gesamtoptimums. Durch die fehlende Kopplung von ausgezahltem Entgelt und erwirtschaftetem Betriebsergebnis ist keine zielorientierte Mitarbeiterf\u00fchrung mit Hilfe dieser Entgeltsysteme m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify wp-block-paragraph\"><strong>Moderne leistungsbezogene Entgeltsysteme<\/strong><br>Moderne Entgeltsysteme bieten kontinuierlichen Anreiz zu st\u00e4ndiger Verbesserung durch die Beteiligung der Mitarbeiter am Unternehmenserfolg. Das dem Mitarbeiter ausgezahlte Entgelt setzt sich dazu aus einem festen Grundentgelt sowie einer leistungsbezogenen Erfolgsbeteiligung zusammen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify wp-block-paragraph\">Die H\u00f6he des variablen Anteil wird dabei aus geeigneten Kennzahlen abgeleitet. Das Entgeltsystem dient als F\u00fchrungsinstrument zur Erreichung der Unternehmensziele unter Ber\u00fccksichtigung der Ma\u00dfgabe \u201eGruppenziel vor Einzelziel\u201c. Die Berechnung der Erfolgsbeteiligungen ist dazu in drei aufeinanderfolgenden Schritten durchzuf\u00fchren.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"400\" height=\"295\" src=\"https:\/\/cim-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/entlohnung.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-4763\"\/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1. Kennzahlenauswahl:<\/strong> Die Bemessungsgrundlage f\u00fcr die Erfolgsbeteiligung bilden Kennzahlen, anhand derer die Erf\u00fcllung vorgegebener Ziele gemessen wird. Die Transparenz der ausgew\u00e4hlten Kennzahlen beeinflu\u00dft in entscheidendem Ma\u00dfe das Verst\u00e4ndnis bei den Mitarbeitern und damit die Akzeptanz des gesamten Bewertungssystems. Daher ist darauf zu achten, da\u00df nur wenige wichtige Einflu\u00dfgr\u00f6\u00dfen f\u00fcr die Leistungsmessung herangezogen werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2. Festlegen der Erfolgsbeteiligung:<\/strong> Als Basis f\u00fcr die Bestimmung der H\u00f6he der Leistungszulage dienen in erster Linie Vergangenheitsdaten der relevanten Kennzahlen. Daraus l\u00e4\u00dft sich ein Mittelwert bilden, der die Normalleistung widerspiegelt. Aus dem durch die Leistungsanreize zu erwartenden Rationalisierungspotential werden daraufhin Zielgr\u00f6\u00dfen f\u00fcr die Kennzahlen abgeleitet und die daraus resultierenden Einsparungen monet\u00e4r bewertet. Bei der Dimensionierung der Zielgr\u00f6\u00dfen ist darauf zu achten, da\u00df sie zum einen realistische Ziele widerspiegeln und zum anderen die monet\u00e4re Bewertung einen entsprechenden Anreiz f\u00fcr die Mitarbeiter zur Leistungssteigerung schafft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3. Kopplung des Entgeltsystems an den Unternehmenserfolg:<\/strong> Vor dem Hintergrund eines unternehmensweiten Gesamtoptimums und um sich kompensierende Suboptima in einzelnen Unternehmensbereichen zu vermeiden, sind die Einzelkennzahlen zu \u00fcbergeordneten Bereichskennzahlen zu konsolidieren. Dadurch werden sich gegenseitig beeinflussende Kennzahlen so miteinander verrechnet, da\u00df nur die Erreichung des Gesamtoptimums belohnt wird. Neben der Bildung von \u00fcbergeordneten Kennzahlen ist zudem der Bezug der Erfolgsbeteiligung zum Unternehmenserfolg herzustellen. Die Bezahlung eines leistungsabh\u00e4ngigen Entgeltbestandteiles mu\u00df aus der Tatsache abgeleitet werden, da\u00df nur ein wirtschaftlich gesundes Unternehmen in der Lage ist, variable Leistungszulagen an seine Mitarbeiter auszuzahlen. Durch diese Kopplung wird sichergestellt, da\u00df nur das an die Mitarbeiter ausgesch\u00fcttet wird, was das Unternehmen wirklich verdient hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right wp-block-paragraph\"><strong>erschienen in CIM Aktuell, November 1999<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Michael Betzold, Henning Sch\u00f6ne Neue Organisationsformen, wie die segmentierte Fertigung und die Gruppenarbeit, erfordern zunehmend mehr Flexibilit\u00e4t und Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter. Das Tagesgesch\u00e4ft soll zum Selbstl\u00e4ufer werden. 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