{"id":4564,"date":"2004-04-30T11:27:00","date_gmt":"2004-04-30T09:27:00","guid":{"rendered":"https:\/\/cim-aachen.de\/?post_type=ept_publikation&#038;p=4564"},"modified":"2024-04-30T11:29:32","modified_gmt":"2024-04-30T09:29:32","slug":"toolmanagement-in-der-praxis-systematische-produktivitaetssteigerung","status":"publish","type":"ept_publikation","link":"https:\/\/cim-aachen.de\/en\/publikationen\/toolmanagement-in-der-praxis-systematische-produktivitaetssteigerung\/","title":{"rendered":"Toolmanagement in der Praxis &#8211; Systematische Produktivit\u00e4tssteigerung"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Endlich Schluss mit dem Suchen! &#8211;<br>Toolmanagement in der Praxis &#8211; Systematische Produktivit\u00e4tssteigerung<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Dr. G\u00f6tz Marczinski, CIM GmbH<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify wp-block-paragraph\">Der Einfluss der Betriebsmittel auf die Produktivit\u00e4t der Fertigung wird oft untersch\u00e4tzt. Wer, so eine Untersuchung der CIM GmbH Aachen, systematisch die Gesamtanlageneffektivit\u00e4t (OEE) analysiert, st\u00f6\u00dft h\u00f6chstwahrscheinlich auf einen signifikanten Anteil ungeplanter Stillst\u00e4nde aufgrund fehlender oder falsch bereitgestellter Werkzeuge. Ein Fall f\u00fcr, das systematische Toolmanagement?<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"279\" height=\"500\" src=\"https:\/\/cim-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/mcfertigung1.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-4565\"\/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify wp-block-paragraph\">Entscheidend ist die Komplexit\u00e4t der zu l\u00f6senden Aufgaben, die zun\u00e4chst von der Art des Fertigungsbetriebs bestimmt ist. Handelt es sich um eine Werkstatt mit wenigen (bis zu f\u00fcnf) NC-Maschinen, geht es um eine gr\u00f6\u00dfere Zerspanung (mehr als f\u00fcnf NC-Maschinen), oder ist es ein Fertigungsverbund mit mehreren Standorten? Die Komplexit\u00e4t des Toolmanagements ist dann nat\u00fcrlich durch die Vielfalt und Menge der eingesetzten Werkzeuge getrieben. Erfahrungswerte zeigen, dass ein komplettes Toolmanagementsystem (TMS) nur f\u00fcr gr\u00f6\u00dfere Fertigungsbetriebe sinnvoll ist, die mindestens 200 000 Euro pro Jahr f\u00fcr Werkzeuge ausgeben. Kleinere Werkst\u00e4tten sollten auf fertige Werkzeugdatenbanken wie CS-Pro setzen, die mit wenig Aufwand zu einem Basis-TMS ausgebaut werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify wp-block-paragraph\">Ein typischer Fall aus der Praxis der CIM<em>Aachen<\/em> ist die AWS Achslagerwerk Sta\u00dffurt GmbH, die an mehreren Standorten Werkst\u00fccke f\u00fcr die Bahn- und Kfz-Industrie sowie den allgemeinen Maschinenbau fertigt. Das j\u00e4hrliche Volumen an Werkzeugen und Werkzeugkomponenten betr\u00e4gt rund 600 000 bis 700 000 Euro. Der Maschinenpark mit f\u00fcnf Bearbeitungszentren und mehr als 30 Einzelmaschinen ist umfangreich und sehr heterogen. \u201eObwohl wir immer wussten, dass unser Werkzeugbestand zu hoch und die Maschinenverf\u00fcgbarkeit trotzdem zu gering ist, haben wir nie die direkte Korrelation zum Prozess der Werkzeugbereitstellung hergestellt. Auch den Aufwand f\u00fcr das Suchen der passenden Komponenten haben wir als zu gro\u00df empfunden, aber nie systematisch quantifiziert&#8221;, so Patrick Luig, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der AWS Achslagerwerk Sta\u00dffurt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Potenzialabsch\u00e4tzung des CIM<em>Aachen<\/em> zeigte eine keineswegs untypische Situation:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Bei 16 Prozent aller Fertigungsauftr\u00e4ge werden Arbeitsabl\u00e4ufewegen Werkzeugmangels unterbrochen<\/li>\n\n\n\n<li>40 bis 60 Prozent ihrer Zeit sind Vorarbeiter mit der Werkzeugbeschaffung besch\u00e4ftigt<\/li>\n\n\n\n<li>20 Prozent der Arbeitszeit der Maschinenbediener entfallen auf die Werkzeugsuche<\/li>\n\n\n\n<li>40 Prozent der Lagerpl\u00e4tze (Werkzeuge) sind nicht unter Kontrolle.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify wp-block-paragraph\">Konkret ergab sich f\u00fcr die Reorganisation im Werkzeugkreislauf ein Potenzial von rund 100 000 Euro pro Jahr. Dabei ist zu ber\u00fccksichtigen, dass die M\u00f6glichkeiten zur Reduzierung der Werkzeugvielfalt damit stark eingeschr\u00e4nkt waren, dass viele Werkzeuge teilegebundene Freigaben hatten, die nicht ge\u00e4ndert werden durften. Ein attraktiver ROI wurde deswegen vor allem mit zus\u00e4tzlichen Einmaleffekten angestrebt, haupts\u00e4chlich per Abschmelzen der \u00dcberbest\u00e4nde an Werkzeugen.Die H\u00f6he des gemeinsam von AWS und CIM<em>Aachen<\/em> bestimmten Potenzials versprach, bereits im ersten Jahr die Einf\u00fchrungs- und Anschaffungskos-ten eines TMS deutlich zu \u00fcbertreffen. Dementsprechend ermutigt war die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung, den eingeschlagenen Weg in Richtung Toolmanagement fortzuf\u00fchren. \u201eIm Mittelstand brauchen wir schnelle Mittelr\u00fcckfl\u00fcsse, gerade wenn es um Modernisierungs- oder IT-Ma\u00dfnahmen geht&#8221;, so Luig.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.cim-aachen.de\/wp-content\/themes\/cim-aachen\/wissen_alt\/images\/mcfertigung2.gif\" alt=\"\"\/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify wp-block-paragraph\">Die Anforderungen ans Toolmanagement sind gemeinsam mit den Mitarbeitern aus Produktion, AV und Einkauf in ein entsprechendes Lastenheft umgesetzt worden. Organisatorische Ma\u00dfnahmen sind von einzuf\u00fchrenden IT-Funktionalit\u00e4ten getrennt worden. Denn in der Praxis reicht Toolmanagement vom Aufr\u00e4umen der Werkzeugschr\u00e4nke bis zur Unterst\u00fctzung der Planungsabl\u00e4ufe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify wp-block-paragraph\">In Abh\u00e4ngigkeit der betrieblichen Voraussetzungen k\u00f6nnen deswegen unter Umst\u00e4nden Module bereits vorhandener Systeme, wie z.B. das NC-System, die CAD-\/CAM-Software oder auch Software der Maschinensteuerung f\u00fcr das Toolmanagement eingesetzt werden. Es kommt darauf an festzustellen, welches System das f\u00fchrende f\u00fcr die Werkzeugdaten ist. Hierbei hilft das Referenzmodell der CIM<em>Aachen<\/em>.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.cim-aachen.de\/wp-content\/themes\/cim-aachen\/wissen_alt\/images\/mcfertigung3.gif\" alt=\"\"\/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify wp-block-paragraph\">Aus der systematischen Vorauswahl und detaillierten Workshops mit den \u201eTop 3\u201c- Anbietern ging der Toolmanager als optimales System hervor. Entscheidend war, dass alle Anforderungen des Anwenders abgedeckt wurden und der in der Analysephase prognostizierte ROI zugesagt werden konnte. Positiv auf der operativen Ebene war die Benutzerfreundlichkeit des Systems und der daraus resultierenden hohen Akzeptanz (die sich in der Punktebewertung in den Workshops niederschlug) auf Werkerebene.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify wp-block-paragraph\">Im Laufe der Auswahl und Einf\u00fchrung wurde erwartungsgem\u00e4\u00df allen Beteiligten deutlich, dass Toolmanagement vor allem eine Systematik und erst in zweiter Linie ein \u201eSt\u00fcck\u201c Software ist. Vor der Implementierung waren n\u00e4mlich zentrale Arbeitsschritte durchzuf\u00fchren:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Aufbau eines zentralen, geschlossenes Werkzeuglagers je Standort, um die heute \u00fcber die Bereiche verteilten Best\u00e4nde an Komponenten und Werkzeugen zusammenzuf\u00fchren.<\/li>\n\n\n\n<li>Die Lagerverwaltung und Bestellanforderung \u00fcber einen Mitarbeiter. F\u00fcr die Sp\u00e4tschichten wurden Verantwortliche ernannt.<\/li>\n\n\n\n<li>Die Erfassung und Pflege der vorhandenen Werkzeuge. Die Detaillierung und Klassifizierung erfolgen anhand der DIN 4000 unter Zuhilfenahme der Software CS-Professional.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify wp-block-paragraph\">CS-Professional bildet bei AWS die zentrale Datenbasis f\u00fcr Werkzeugkomponenten. Damit lassen sich die erfassten Werkzeuge mit verschiedenen Zusatzinformationen \u201dToolmanager\u201d integrieren. Somit ist eine einfache Daten\u00fcbernahme von neuen Werkzeugen ins Toolmanagementsystem sichergestellt. Die Voreinstellung der montierten Werkzeuge wird dank der vorbildlichen Integration des \u201cToolmanagers\u201d an die Voreinstellger\u00e4ten nahtlos unterst\u00fctzt.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.cim-aachen.de\/wp-content\/themes\/cim-aachen\/wissen_alt\/images\/mcfertigung4.gif\" alt=\"\"\/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify wp-block-paragraph\">\u201eJedes IT-System kann nur so gut sein wie die verwendeten Daten.\u201d Erkl\u00e4rt Patrick Luig. \u201cHier sehen wir durchaus noch Potenzial f\u00fcr die Verbesserung des Service durch die Lieferanten. Die Bereitstellung von Werkzeugdaten nach DIN 4000 und entsprechenden DXF-Grafiken w\u00fcrde uns die Arbeit sehr erleichtern.\u201d<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Anwenderurteil:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td colspan=\"2\">Der Anwender:<br><strong>AWS Achsenlagerwerk Stra\u00dffurt GmbH<\/strong><br>Das Projekt:<strong><br>Einf\u00fchrung eines Toolmanagementsystems<\/strong><\/td><\/tr><tr><td><strong>Vorteile<\/strong><\/td><td><strong>Nachteile<\/strong><\/td><\/tr><tr><td>Zielzustand quantifiziert Produktivit\u00e4tshebel identifiziert Sauberes Pflichtenheft Umsetzungsreihenfolge: Organisation, Datenhaltung, Anwendungssoftware<br><\/td><td>Keine einheitliche Werkzeugbeschreibung Keine Lieferantenintegration Datenerfassung untersch\u00e4tzt Unklare Verantwortlichkeiten im Betrieb<br><\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kontakte:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">AWS Achslagerwerk Sta\u00dffurt GmbH, D-39418 Sta\u00dffurt; Patrick Luig, Tel.: 03925\/960-402,<br>E-Mail: info@aws-tec.de<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">CIM GmbH Informations-und Produktionsmanagement, D-52074 Aachen; G\u00f6tz Marczinski,<br>Tel.: 0241\/8887-104,<br>E-Mail: hil@cim-aachen:de<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right wp-block-paragraph\"><strong>erschienen in Fertigung, 09\/2004<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Endlich Schluss mit dem Suchen! &#8211;Toolmanagement in der Praxis &#8211; Systematische Produktivit\u00e4tssteigerung Dr. G\u00f6tz Marczinski, CIM GmbH Der Einfluss der Betriebsmittel auf die Produktivit\u00e4t der Fertigung wird oft untersch\u00e4tzt. 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