{"id":4328,"date":"2007-04-26T11:57:00","date_gmt":"2007-04-26T09:57:00","guid":{"rendered":"https:\/\/cim-aachen.de\/?post_type=ept_publikation&#038;p=4328"},"modified":"2024-11-25T15:08:35","modified_gmt":"2024-11-25T14:08:35","slug":"schlanke-produktion-satte-einsparung","status":"publish","type":"ept_publikation","link":"https:\/\/cim-aachen.de\/en\/publikationen\/schlanke-produktion-satte-einsparung\/","title":{"rendered":"Schlanke Produktion &#8211; satte Einsparung?"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ingo Laqua<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify wp-block-paragraph\">Marktsynchron zu produzieren hei\u00dft, effizient und termingerecht den Kundenbedarf zu treffen. Hier setzen ganzheitliche Produktionssysteme an, welche die Anforderungen des Marktes in der Produktion umsetzen. Die Wirksamkeit des Produktionssystems wird dabei neben den klassischen Erfolgskriterien mit ausgew\u00e4hlten Kennzahlen der schlanken Produktion \u00fcberpr\u00fcft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify wp-block-paragraph\">Die &#8220;schlanke Produktion&#8221; ist heute in aller Munde. Es gibt kaum ein Unternehmen, das nicht versucht die Produktion zu segmentieren, KANBAN-Regelkreise einzuf\u00fchren oder seinen Weg des one-piece-flow zu finden. Ein durchgehendes Lean Production- Konzept bedeutet aber mehr als sein bisheriges Lager &#8220;Supermarkt&#8221; zu nennen bzw. den Auftragseingang zum Kundentakt zu deklarieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify wp-block-paragraph\">Ebenso wie sich mit der konsequenten Umsetzung der Lean Production-Philosophie die einzusetzenden Ma\u00dfnahmen ver\u00e4ndern, sind die klassischen Kennzahlen zur Messung der Produktionseffizienz zu \u00fcberpr\u00fcfen. Termintreue, Lagerbestand oder OEE (Overall Equipment Efficiency) haben in vielen F\u00e4llen immer noch ihre Berechtigung, sind aber h\u00e4ufig alleine nicht zweckdienlich, wenn es um die optimale Ausrichtung am Wertstrom und die Vermeidung von Verschwendung geht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify wp-block-paragraph\"><strong>Die skalierbare Fabrik<\/strong><br>In diesem Fall ist der Kundentakt die entscheidende Kennzahl zur Skalierung der Produktion. Der Kundentakt ist die Summe der Fertigartikel, die eine Produktion pro Zeiteinheit fertigen muss, um die von den Kunden geforderten Absatzzahlen zu erreichen. Produziert ein Unternehmen bspw. 250.000 St\u00fcck einer bestimmten Artikelgruppe in einem Jahr, so m\u00fcssen dies bei 250 Arbeitstagen 1.000 St\u00fcck pro Tag oder 500 St\u00fcck pro Schicht im Zweischichtbetrieb sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify wp-block-paragraph\">Nat\u00fcrlich bestellen die Kunden nicht so gleichm\u00e4\u00dfig, dass die Fertigung \u00fcber die Schwankungen des Marktes skalierbar sein muss, im o.g. Bsp. von 200 bis 800 St\u00fcck pro Tag. Wie gro\u00df diese Flexibilit\u00e4t sein muss, h\u00e4ngt im Wesentlichen von der Volatilit\u00e4t des Auftrageingangs sowie von der Verf\u00fcgbarkeit eines nachgeschalteten Supermarkts ab, der die Marktschwankungen von der Produktion entkoppelt. Diese Volumenflexibilit\u00e4t ist ein wesentlicher Indikator f\u00fcr die atmende Fabrik und l\u00e4sst sich durch intelligentes Zellendesign, flexible Arbeitszeitmodelle und einen ggf. variabel einsetzbaren Maschinenpark beeinflussen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify wp-block-paragraph\">Ein weiterer Aspekt ist die Variantenflexibilit\u00e4t. Im durchschnittlichen Unternehmen kommt es eher selten vor, dass eine Produktionslinie oder zelle nur f\u00fcr einen Artikel aufgebaut wird. H\u00e4ufig sind es unterschiedliche Artikel mit unterschiedlichen Fertigungsfolgen und aufw\u00e4nden. In diesem Fall ist die Konfiguration einer solchen Fertigungseinheit von entscheidender Bedeutung.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.cim-aachen.de\/wp-content\/themes\/cim-aachen\/wissen_alt\/images\/cimaktuell0207\/ca0207-17.jpg\" alt=\"\"\/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify wp-block-paragraph\"><strong>Kennzahlen der schlanken Produktion<\/strong><br>Eine weitere wesentliche Kennzahl der schlanken Produktion ist die interne Wiederbeschaffungszeit, d.h. die Zeit, in der eine Produktionseinheit in der Lage ist, einen bestimmten Artikel unter Ber\u00fccksichtigung des vorhandenen Auftragsbestandes nachzuproduzieren. Die interne Wiederbeschaffungszeit ist aus mehrerlei Perspektiven von entscheidender Bedeutung: Zum einen wird hierdurch bspw. bei Lagerfertigung festgelegt, wie schnell ein nachfolgendes (KANBAN-) Lager aufgef\u00fcllt werden kann und somit auch, wie dieses zu dimensionieren ist (bei Kundenauftragsfertigung definiert die Wiederbeschaffungszeit dementsprechend die Reaktionszeit zum Markt).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify wp-block-paragraph\">Zum anderen h\u00e4ngt die Wiederbeschaffungszeit unmittelbar von den zu produzierenden Losgr\u00f6\u00dfen ab. Je kleiner die Losgr\u00f6\u00dfe, desto k\u00fcrzer ist die Wiederbeschaffungszeit. Dies kann nat\u00fcrlich ad absurdum gef\u00fchrt werden. Deshalb gilt es hier das Optimum aus vertretbarer Wiederbeschaffungszeit und erforderlichem R\u00fcstaufwand zu treffen. In der Praxis erfolgt dies \u00fcber die JetiI-Betrachtung (siehe CCA 1\/2007).<br>Mit der Wiederbeschaffungszeit und der Summe der Bearbeitungszeiten wird gleichzeitig auch der Flussfaktor definiert, der die beiden zueinander ins Verh\u00e4ltnis setzt. Die Wertsch\u00f6pfung ist hieraus direkt ableitbar und zeigt auf, wo nach wie vor Verschwendung durch Liegezeiten etc. vorhanden ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify wp-block-paragraph\">Der Flussfaktor ist somit Ma\u00dfstab daf\u00fcr, wie wirksam Fertigungsauftr\u00e4ge eingesteuert werden und wie effizient die Produktionsprozesse ausgetaktet sind. Ein Prozess sollte zwischen zwei Superm\u00e4rkten m\u00f6glichst die gleiche Bearbeitungszeit pro Fertigungsschritt haben. Hierdurch wird sichergestellt, dass der Gesamtprozess nicht ins Stocken ger\u00e4t und ungewollte WIP-Best\u00e4nde aufgebaut werden. L\u00e4sst sich dies fertigungstechnisch nicht \u00fcber die Hauptzeit regulieren, sind die Arbeitsinhalte so auszulegen, dass Bearbeitungs- und Nebenzeit (bspw. f\u00fcr Produkthandling) in Summe je Bearbeitungsstation gleich sind. Im Fall der auftragsbezogenen Fertigung entspricht dann der Produktionstakt dem Kundentakt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify wp-block-paragraph\"><strong>Die Erfolgsmessung<\/strong><br>Wer alles richtig gemacht hat, muss sichtbare Erfolge in der Lieferperformance sowie im WIP- und im Lagerbestand verzeichnen. Dar\u00fcber hinaus d\u00fcrfte die Fertigung wesentlich beruhigter und transparenter sowie Terminj\u00e4ger obsolet werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify wp-block-paragraph\">Die Produktivit\u00e4t der eingesetzten Ressourcen (bspw. OEE oder Personalproduktivit\u00e4t) ist deshalb von Bedeutung, weil zur Sicherstellung des Kundentaktes die eingesetzten Ressourcen m\u00f6glichst effizient zu nutzen sind. Ein hoher OEE oder eine hohe Personalproduktivit\u00e4t alleine sind aber nicht zielf\u00fchrend, wenn dadurch der Fertigungsfluss ins Stocken ger\u00e4t oder auf Halde produziert wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right wp-block-paragraph\"><strong>erschienen in CIM Aktuell, 02\/2007<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ingo Laqua Marktsynchron zu produzieren hei\u00dft, effizient und termingerecht den Kundenbedarf zu treffen. Hier setzen ganzheitliche Produktionssysteme an, welche die Anforderungen des Marktes in der Produktion umsetzen. Die Wirksamkeit des Produktionssystems wird dabei neben den klassischen Erfolgskriterien mit ausgew\u00e4hlten Kennzahlen der schlanken Produktion \u00fcberpr\u00fcft. Die &#8220;schlanke Produktion&#8221; ist heute in aller Munde. 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