{"id":4076,"date":"2011-10-29T13:43:00","date_gmt":"2011-10-29T11:43:00","guid":{"rendered":"https:\/\/cim-aachen.de\/?post_type=ept_publikation&#038;p=4076"},"modified":"2025-02-03T18:41:20","modified_gmt":"2025-02-03T17:41:20","slug":"der-aggregierte-projektplan-multiprojektmanagement-leicht-gemacht","status":"publish","type":"ept_publikation","link":"https:\/\/cim-aachen.de\/en\/publikationen\/der-aggregierte-projektplan-multiprojektmanagement-leicht-gemacht\/","title":{"rendered":"Der aggregierte Projektplan &#8211; Multiprojektmanagement leicht gemacht!"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Friedrich H\u00fcppe<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify wp-block-paragraph\">Weil Wertsch\u00f6pfung das Ergebnis geistiger T\u00e4tigkeiten sein kann, sind die Methoden der Lean Administration auf Entwicklungs- und Konstruktionsbereiche anwendbar. Denn ein &#8220;Fluch&#8221; unproduktiver Entwicklungsbereiche ist der Umlaufbestand. Es sind zu viele Auftr\u00e4ge (Projekte) im System, zeigt die Erfahrung der CIM Aachen GmbH.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify wp-block-paragraph\">Der Befund in vielen Entwicklungsbereichen ist, losgel\u00f6st von der jeweiligen Branche, \u00e4hnlich. Alle Mitarbeiter sind im Stress, aber nichts wird fertig. So wurde bei einem Hersteller der Medizintechnik die Belastung mit Projekten pauschal als zu hoch empfunden. Jeder einzelne Entwickler war \u00fcberlastet, aber wie viele Projekte es insgesamt gab, war schwer festzustellen. In manche Projekte kam pl\u00f6tzlich unheimlicher Druck, so dass alles andere &#8220;hinten r\u00fcber&#8221; fiel. Neue Projekte wurden zus\u00e4tzlich eingeplant, ohne auf bestehende Kapazit\u00e4tsengp\u00e4sse R\u00fccksicht zu nehmen. Und dann noch die Engp\u00e4sse &#8220;Testzentrum&#8221; und &#8220;Prototypenbau&#8221;.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify wp-block-paragraph\">Woran erinnern hohe Best\u00e4nde an &#8220;unfertigen Erzeugnissen&#8221; bei gleichzeitig geringem Output und durch Feuerwehraktionen frustrierte Mitarbeiter? &#8220;Unklare Bearbeitungszust\u00e4nde und schwer planbare Kapazit\u00e4ten geh\u00f6ren eben zur Entwicklung als kreativem Prozess&#8221;, wird schulterzuckend kommentiert. Wie &#8220;damals&#8221;, als hohe Fertigwarenbest\u00e4nde zur Lieferbereitschaft geh\u00f6rten und Puffer die kontinuierliche Auslastung teurer Maschinen sicherstellten, lautet der f\u00fcr den Projektverlauf ermutigende Analogieschluss. Die Projekte m\u00fcssen &#8220;in Fluss&#8221; gebracht werden, die Stapel an offenen Projekten sind zu beseitigen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify wp-block-paragraph\"><strong>Stapelverarbeitung ist der &#8220;Fluch&#8221; unproduktiver Entwicklungsbereiche<\/strong><br>Wie werden aber produktivit\u00e4tsvernichtende Stapel beseitigt und in Zukunft vermieden? Zun\u00e4chst ist mit dem Mythos der Unplanbarkeit kreativer Prozesse aufzur\u00e4umen. Projekte sind zu kategorisieren, um damit die Segmentierung spezieller Abl\u00e4ufe und die Definition detaillierter T\u00e4tigkeitsinhalte zu erm\u00f6glichen. Die Produktprogrammplanung l\u00e4sst sich damit in Entwicklungsprojekten abbilden, wodurch der Kapazit\u00e4tsbedarf entlang der Zeitachse transparent und planbar wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify wp-block-paragraph\">Im Ergebnis entsteht ein sog. aggregierter Projektplan, mit dem Engp\u00e4sse im Voraus erkannt werden und damit der R\u00fcckstau (Stapel!) laufender Projekte vermeidbar ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify wp-block-paragraph\">Der aggregierte Projektplan wird durch eine Kapazit\u00e4tsplanung auf Einzelprojektebene im Wochenrhythmus aktualisiert. Hierf\u00fcr sind die jeweiligen Projektleiter verantwortlich. Gleichzeitig wird das Kapazit\u00e4tsangebot aus personenbezogenen Jahrespl\u00e4nen ermittelt. Jeder Entwickler aktualisiert dazu seine pers\u00f6nliche Planung. Im konkreten Fall ist damit eine enorme Bewusstseinsbildung in Bezug auf Gesamtzusammenh\u00e4nge erzeugt worden, Engp\u00e4sse sind vorhersehbar und es gibt eine verl\u00e4ssliche Planungsgrundlage zur T\u00e4tigkeitsverlagerung auf Dritte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify wp-block-paragraph\"><strong>Multi-Projektmanagement mit dem aggregierten Projektplan<\/strong><br>Die im aggregierten Projektplan sichtbar gemachten Kapazit\u00e4tsbedarfe sind f\u00fcr jede Projektkategorie in Sequenz- und Unterst\u00fctzungsfunktionen zu unterscheiden. In Analogie zur physischen Wertsch\u00f6pfung wird nur durch die Sequenzfunktion ein kreativer Wertbeitrag als &#8220;Arbeitsfortschritt&#8221; erzielt. Die Unterst\u00fctzungsfunktionen (Berechnung, Pr\u00fcfstandversuche, Detaillieren von Zeichnungen,&#8230;) d\u00fcrfen deswegen nicht zum Engpass (Stapel!) werden, wenn Entwicklungsabl\u00e4ufe beschleunigt werden sollen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.cim-aachen.de\/wp-content\/themes\/cim-aachen\/wissen_alt\/images\/cimaktuell0211\/cimaktuell0211-13-1.png\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify wp-block-paragraph\">Bei der Ablaufbeschreibung f\u00fcr jede Projektkategorie sind dann die Zeitpotentiale aufzusp\u00fcren. Die Ideen hierzu kommen von den Beteiligten selbst als Antwort auf die Frage &#8220;Was ist zu tun, um die Stapel loszuwerden?&#8221;. Das Stichwort lautet hier Aufgabenintegration. Die Zust\u00e4ndigkeit f\u00fcr die Sequenzfunktionen wird auf funktions\u00fcbergreifende Teams \u00fcbertragen, Wartezeiten im Ablauf werden mit Supportfunktionen gef\u00fcllt und Iterationen durch zeitparalleles Arbeiten vermieden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify wp-block-paragraph\">Ma\u00dfstab f\u00fcr die erfolgreiche Stapelvernichtung ist das Verh\u00e4ltnis von gleichzeitig bearbeitbaren Projekten (f\u00fcr alle Teams) zu gleichzeitig in der &#8220;Pipeline&#8221; befindlichen Projekten. Flussorientierte, schnelle Entwicklungsabteilungen zeigen hier ein Verh\u00e4ltnis nahe 1 zu 1. Die Entwickler arbeiten demnach dann am effektivsten, wenn sie zwei Projekte gleichzeitig betreuen. Bei mehr oder weniger Projekten verringert sich der Output pro Zeiteinheit. Geistiges R\u00fcsten bzw. Wartezeiten auf Unterst\u00fctzungsfunktionen sind &#8220;die&#8221; Produktivit\u00e4tskiller.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im beschriebenen Projekt ist mit der operationalisierten Zielsetzung eine beeindruckende Eigendynamik erzeugt worden. &#8220;Was du heute kannst besorgen&#8230;..&#8221;, so unspektakul\u00e4r k\u00f6nnen &#8220;Erfolgsrezepte&#8221; sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right wp-block-paragraph\"><strong>erschienen in CIM Aktuell, November 2011<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Friedrich H\u00fcppe Weil Wertsch\u00f6pfung das Ergebnis geistiger T\u00e4tigkeiten sein kann, sind die Methoden der Lean Administration auf Entwicklungs- und Konstruktionsbereiche anwendbar. Denn ein &#8220;Fluch&#8221; unproduktiver Entwicklungsbereiche ist der Umlaufbestand. Es sind zu viele Auftr\u00e4ge (Projekte) im System, zeigt die Erfahrung der CIM Aachen GmbH. 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